domingo, 16 de abril de 2017

martes, 28 de marzo de 2017

Zivile Suche nach verschwundenen Frauen aus Ciudad Juárez

 
ForensikerInnen sichern von Familienangehörigen gefundene Knochen im Juáreztal

Suche nach Verschwundenen im Juareztal

 

Text und Bildergalerie von Kathrin Zeiske

 

 

Die mexikanische Grenzstadt Ciudad Juárez erlangte erstmals in den 1990er Jahren durch Frauenmorde eine traurige Berühmtheit. Vor ein paar Jahren stand der Maquila-Boomtown als "gefährlichste Stadt der Welt" im Fokus der Medien (2008-2012). Der Femizid nahm in Zeiten der militärischen Besetzung und der Kampf der Kartelle um die Stadt noch zu. Heute ist die Gewalt in der Stadt enorm zurückgegangen und die Menschen sind in die öffentlichen Räume zurückgekehrt.

Doch außerhalb der Stadt ist das Juáreztal weiterhin fest in Hand des Juarezkartells und seiner die Polizei infiltrierenden Unterorganisation La Linea. Für zivilgesellschaftliche Organisationen ist klar, dass es hier geheime Massengräber aus den Zeiten der Militärbesetzung gibt. Gerichtlich bewiesen ist, dass Frauen und Mädchen, die in den Jahren 2010 und 2011 aus dem Zentrum entführt wurden, hier umgebracht wurden.

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sábado, 25 de marzo de 2017

Massengräberfund in Veracruz - Mexiko

Ein Grab, wie es über 30.000 gewaltsam Verschwundene in Mexiko nicht haben. 


Hügel des Todes

Im mexikanischen Bundesstaat Veracruz haben Angehörige gewaltsam Verschleppter 125 Massengräber gefunden. Sie gelten als Vermächtnis des mafiösen ehemaligen Gouverneurs Javier Duarte und offenbaren einmal mehr die Abwesenheit eines Rechtsstaats in Mexiko.


von Kathrin Zeiske

 

Wenn eine Mutter über Jahre keine Spur von ihrem verschleppten Sohn hat, kann eine Ortsskizze mit Markierungen ein Geschenk des Himmels sein – selbst wenn es direkt aus der Hölle kommt. Eine solche Karte wurde dem Angehörigenkollektiv Solecito im Mai vergangenen Jahres von Kartellmitgliedern in die Hände gespielt. Die Kreuze auf dem Papier stehen für 125 Massengräber auf einem Gelände nördlich der Hafenstadt Veracruz, bekannt als Colinas de Santa Fé (Hügel von Santa Fé). Begleitet von der Staatsanwaltschaft hat das Kollektiv dort seit August 253 Leichen und fast 10 000 Knochen sichergestellt.

Staatsanwalt Jorge Winckler gab vor der Presse an, Veracruz sei für ihn »ein einziges gigantisches Massengrab« und bei der Ansammlung menschlicher Überreste in Colinas de Santa Fé handele es sich um »vielleicht das größte Massengrab Mexikos«. Die Zahl der gefundenen Leichen übersteige die Kapazitäten der lokalen Forensiker und Leichenschauhäuser, so dass einige Gräber noch gar nicht ausgehoben wurden. Winckler zufolge habe die Regierung des ehemaligen Gouverneurs Javier Duarte im Bundesstaat Veracruz die Familienangehörigen von Verschwundenen systematisch hinters Licht geführt; ihnen entnommene DNA-Proben seien nicht zur Identifizierung von Toten verwendet worden.

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miércoles, 7 de diciembre de 2016

Frauenmorde in Ciudad Juarez

Familienangehörige vor menschlichen Überresten im Juareztal.  

Getötet aus Hass

 

Anfang der 1990er Jahre begann im mexikanischen Ciudad Juárez eine nicht abreißende Serie von Hassmorden an Frauen. Erstmals wurde von »Femiziden« gesprochen. Ein Vierteljahrhundert später ist das Phänomen in ganz Mexiko und Lateinamerika verbreitet. Denn Machismo und Frauenhass, gepaart mit Drogenhandel und Straflosigkeit, bilden eine tödliche Mischung. In der Grenzstadt Juárez gelten Femizide unterdessen immer noch als traurige Konstante. Ein bahnbrechendes Gerichtsverfahren soll dabei helfen, die mörderischen Strukturen auszuhebeln. 

 

Von Kathrin Zeiske

 
Auf der Juárezallee im Stadtzentrum gehen die Lichter an. Menschen flanieren an Wechselstuben und Souvenirläden vorbei und genießen die abkühlenden Temperaturen nach Sonnenuntergang. Direkt vor der Grenzbrücke zu den USA steht ein massives rosa Holzkreuz voll rostiger Nägel und erinnert an die toten Frauen der mexikanischen Metropole. Die Fassaden der umliegenden Häuser wurden im letzten Jahr einheitlich weiß gestrichen. Einst waren sie gepflastert von den Suchplakaten der noch immer über 370 verschwundenen Mädchen. Die Stadtregierung hat das Plakatieren verboten. Das Image der Wirtschaftsmetropole, die von Investitionen lebt, soll nicht von Negativschlagzeilen beeinträchtigt werden. Dabei ist die Innenstadt mit den Straßenständen, an denen Gebrauchtwaren aus den USA feilgeboten werden, mit familiären Restaurants, heruntergekommenen Bars und schummrigen Clubs genau der Ort, wo viele verschwundene Frauen zum letzten Mal gesehen wurden. 

Susana Montes kennt diese Straßenzüge in- und auswendig. Sie suchte ihre Tochter Guadalupe dort viele Monate lang ohne Unterlass. Ein Mädchen mit kindlichen Pausbacken, einem freundlichen Lächeln und neckisch blickenden Augen unter schwarzen Ponysträhnen. Voller Träume vom Leben, das noch vor ihr lag. Guadalupe war 17 Jahre alt, als sie an einem Januartag vor sieben Jahren im Zentrum Turnschuhe kaufen ging und nicht zurückkehrte. Für Susana Montes begann ein Kampf zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Endlose Tage, schlaflose Nächte, Woche um Woche.


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lunes, 5 de diciembre de 2016

Neun Monate nach dem Mord an Berta Cáceres

Demonstration in Tegucigalpa für die Aufklärung des Mordes an Berta Cáceres

Projekte des Todes

Nach dem Mord an Berta Cáceres muss der Bau des Staudamms Agua Zarca gestoppt werden.
 
Von Kathrin Zeiske

Am 3. März 2016 wurde in Honduras die renommierte Umweltaktivistin Berta Cáceres umgebracht. Die indigene Feministin kämpfte seit Jahrzehnten gegen Rassismus, Machismus, Megaprojekte und Militarisierung und war eine wichtige Stimmeim Widerstand gegen den Putsch, der den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya im Jahr 2009 aus dem Amt vertrieben hat. Der Kampf gegen ein Staudammprojekt, an dem auch die deutsche Siemens AG indirekt beteiligt ist, kostete sie schließlich das Leben. Das Verbrechen stellt erneut die Verträglichkeit von Energie- und Bergbauprojekten mit Menschenrechten und indigenen Rechten infrage. Der Mord löste weltweit große Empörung aus. Doch auch neun Monate danach gibt es keine Aufklärung. Eine unabhängige internationale Untersuchungskommission soll nun ermitteln, inwieweit in den Mord an Berta Cáceres hohe politische, wirtschaftliche und militärische FunktionärInnen in Honduras verwickelt sind und inwieweit ausländische Firmen und Banken Verantwortung tragen. Es ist an der Zeit, dass die deutsche Bundesregierung ihre Politik in Honduras von Grund auf überdenkt und die deutschen Konzerne die Verantwortung für ihre Aktivitäten übernehmen.


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jueves, 4 de agosto de 2016

Frauenmorde und sexualisierte Gewalt in Mexiko

Aktion gegen Frauenmorde in Ciudad Juárez

Kathrin Zeiske

«Wir wollen uns lebend»

Landesweite Bewegung gegen sexualisierte Gewalt in Mexiko


Jeden Tag werden in Mexiko sieben Frauen umgebracht und fast 70 Frauen vergewaltigt. Unter dem Motto #Vivasnosqueremos – «Wir wollen uns lebend» – fanden deshalb am 24. April 2016 in über 40 Städten des Landes Demonstrationen gegen die ausufernde sexualisierte Gewalt statt und sorgten für eine breite Medienresonanz. Initiativen, Organisationen und AktivistInnen prangern seit Jahresn nicht nur machistische Gesellschaftsstrukturen, sondern auch die Mitschuld der Regierung an. Denn trotz der alarmierenden Anzahl von Morden an Frauen werden seit einem Vierteljahrhundert keine Maßnahmen ergriffen, um der Straflosigkeit ein Ende zu setzen. Kampagnen in den sozialen Medien ermutigen Frauen aktuell dazu, angesichts von Missbrauch und Gewalt nicht zu schweigen. Ähnlich vergangenen Sexismus-Debatten in Deutschland (#Aufschrei) wurde dadurch eine gesamtgesellschaftliche Diskussion in Gang gesetzt.

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lunes, 1 de agosto de 2016

Weiblicher Hiphop Guatemala

Rebeca Lane, Foto: Rotmi Enciso, Producciones y Milagros

Kriegerin des HipHop

Die Guatemaltekin Rebeca Lane ist eine lautstarke Stimme gegen Frauenmorde und für Frauenrechte

Rebeca Lane ist der Star einer neuen weiblichen HipHop­Szene in Lateinamerika. Doch der Aktivistin aus Guatemala genügt die Bühnenpräsenz nicht - sie will vor allem eins: Frauen und Mädchen stärken.

 

Von Kathrin Zeiske

Auf einmal war sie da. Eine zierliche Frau mit wilden Locken, tätowiert, in indigenen Röcken, bewaffnet mit einem Sturmgewitter an Texten, die unter die Haut gehen. Dank Rebeca Lane steht Guatemala seit Neuestem für richtig guten HipHop. Noch vor wenigen Jahren war die Soziologiestudentin als Fan und Freiwillige bei Events in der Szene unterwegs. Als sie selbst anfing zu rappen, ging auf einmal alles sehr schnell. «Ich kam kaum noch hinterher, Texte zu schreiben», erinnert sich Lane, auf deren Finger die magischen Buchstaben tätowiert sind: H.I.P.H.O.P. Und der wird groß geschrieben, genau dort, in Guatemala-Stadt, wo sie lebt und aufgewachsen ist. Diese Metropole mit zerfallenen Art Deco-Bauten zwischen Busabgasen und Straßenständen im Zentrum, ausgedehnten marginalisierten Vierteln an plötzlich abfallenden Schluchten und gutsituierten Wohneinheiten hinter Zäunen und Wächterschranken.

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