jueves, 26 de noviembre de 2009

HONDURAS VOR DEN "WAHLEN

HONDURAS VOR DEN "WAHLEN"

"Alle haben Angst vor den Soldaten. Vor der Wahlfarce in Honduras rechnet die Widerstandsbewegung mit allen Szenarien und ruft dennoch zum Boykott auf"

http://www.neues-deutschland.de/artikel/159951.alle-haben-angst-vor-den-soldaten.html

»Diese Wahlen werden den Putsch konsolidieren«
Manuel Torres Calderón über die Zukunft der Widerstandsbewegung


http://www.neues-deutschland.de/artikel/160150.diese-wahlen-werden-den-putsch-konsolidieren.html?sstr=honduras



Blick ueber Honduras Hauptstadt, Tegucigalpa, das obligatorische Graffitti inbegriffen.



Zu Besuch bei Radio Globo, Stimme des Widerstandes gegen die Diktatur.



Widerstandswassereis.



Portraits der letzten Toten des Militaerputsches; von Soldaten willkuerlich erschossene Demonstrant_innen und von Todesschwadronen vor ihrer Haustuer ermordete politische Aktivisten.



Die Putschisten in Hochglanz und Farbe.



Im Hintergrund der polizeigesicherte Kongress.



Nein zu den Wahlen, dem Demokratiespuelgang fuer die Putschregierung.



Telesur ist die exzellente linke „CNN“-Kopie aus Venezuela.



Freie Wahlen unter Militaerdiktatur unmoeglich.



„Sie haben Angst vor uns, weil wir keine Angst haben.“ Slogan und Widerstandssong.



Drive-in zwecklos, Mel Zelaya ist wieder im Land.

viernes, 20 de noviembre de 2009

Die Regierung Funes in El Salvador


DIE REGIERUNG FUNES IN EL SALVADOR

Nachdem das Land 20 Jahre von der ultrarechten neoliberalen ARENA regiert wurde, ist seit fast einem halben Jahr nun Mauricio Funes mit einer Regierungskoalition der linken FMLN an der Macht.
Was hat sich seitdem geaendert in El Salvador?
Aendert sich tatsaechlich etwas?
Lest mehr in...

Unterschiedliche Gesichter. Die Regierung des Mauricio Funes in El Salvador ist ein höchst ambivalentes Projekt

http://www.akweb.de/ak_s/ak544/13.htm

jueves, 12 de noviembre de 2009

HURRIKAN IDA ZERSTOERT EL SALVADOR

HURRIKAN IDA ZERSTOERT EL SALVADOR

Ein Naturphaenomen ist noch keine Katastrophe, aber oft wird es zu einer, wenn es auf Armut und Umweltzerstoerung trifft. Die zentralamerikanischen Laender sind dementsprechend sehr anfaellig fuer Katastrophen. Auswanderungswellen sind meist die Folge.

Bilder aus dem Distrikt 6 in San Salvador, aufgenommen zwei Tage nach dem Hurrikan.


Dank den in den marginalisierten Gemeinden in den Risikozonen organisierten Basiskomitees fuer Katastrophenpraevention gab es fast nur materielle Schaeden in San Salvador.


Waehrend Irma vom Basiskomitee in San Salvador die Menschen in Flussnaehe aus dem Bett trommelte, starb ihre eigene Familie in San Vicente in den Schlammfluten.


Die wenigen Moebel der Bewohner sind vom uebelriechenden Schlamm unbrauchbar gemacht worden.


Der Schlamm stieg auf Schulterhoehe in die Wohnungen hinein.


Die Basiskomitees machten im Vorfeld Fluchtrouten aus und warnten die Menschen in den Gefahrenzonen.


Die Hinterwand des Hauses hat der Fluss mitgenommen.


Der Fluss wuchs in der Nacht durch die krassen Regenfaelle ploetzlich Meter in die Hoehe.


Die FMLN und Basiskomitees geben Essen aus.


Die Eisenbahnbruecke ist heruntergerissen.


Eine alleinerziehende Mutter berichtet von der Nacht.


Bewohnerinnen gucken den Steilhang hinunter, wo am Vortag noch Haeuser standen.

...Und mehr lesen koennt ihr hier:
"Sie sind einfach in die Tiefe gestuerzt"
http://www.neues-deutschland.de/artikel/159119.sie-sind-einfach-in-die-tiefe-gestuerzt.html

martes, 10 de noviembre de 2009

ZEITSCHINDEN IN HONDURAS


ZEITSCHINDEN IN HONDURAS

In Honduras versucht das Putschregime unter Micheletti mit entnervenden Verhandlungen Zeit zu schinden. Warum von den Putschisten ausgerichtete Wahlen keine Loesung sind und sogar Wahlen unter einem kurzzeitig wieder ins Amt gerufenen Zelaya keine waeren:

"Ein Sieg fuer die Oligarchie"
http://jungle-world.com/artikel/2009/45/39706.html

(Das Bild ist uebrigens in San Martin Privada, einem der aermsten Viertel von San Salvador entstanden. Von den Auswikungen des Hurrikan Ida wurden dort viele Haeuser vom Steilhang in den Fluss gerissen. Doch dank der bravouroesen Organisation von Stadtteilkomitees kam dabei niemand ums Leben.)

miércoles, 7 de octubre de 2009

UND IMMER NOCH HONDURAS



UND IMMER NOCH HONDURAS

Leider ist ein Ende der Militaerdiktatur in Honduras noch immer nicht in Sicht, was einen Unsicherheitsfaktor fuer die gesamte Region darstellt. Deshalb gibt es weitere Neuigkeiten hierzu von meiner Seite. Einen entscheidenden Fortschritt gibt es aber wenigstens in diesem Prozess: Zelayas Rueckkehr nach Honduras.

Es kann nur einen geben

http://jungle-world.com/artikel/2009/40/39514.html

Und waehrend der rechtmaessige Praesident nun wieder im Lande ist, legen die Putschisten zu, ihn und seine Anhaenger mit modernsten Aufstandsbekaempfungsmitteln zur Aufgabe zu zwingen:

Putschregierung spielt mit dem Feuer

http://www.neues-deutschland.de/artikel/156490.putschregierung-spielt-mit-dem-feuer.html?sstr=

viernes, 31 de julio de 2009

UND NOCHMAL HONDURAS

UND NOCHMAL HONDURAS



Einen Monat ist es her, dass Honduras' Präsident Zelaya in einem Militärputsch gewaltsam aus dem Land gebracht wurde, und seit einem Monat sind seine Anhänger/innen auf der Straße, damit sich die Putschregierung nicht gemütlich etablieren kann.

Leider wird Zelaya von der internationalen Gemeinschaft bei den Versuchen der Rückkehr nach Honduras ziemlich allein gelassen und statt dessen in zeitraubende Dialoge verwickelt. Besonders die USA verhalten sich kontraproduktiv und sprechen sich nicht mehr ganz so klar gegen den Putsch aus wie noch vor 30 Tagen.

Im honduranischen Bundesstaat El Paraíso stehen Tausende von Menschen auf der Straße, können durch die willkürlich verhängte Ausgangssperre weder vor noch zurück, haben Angst, von den Straßen wegzugehen und paramilitärischen Trupps in die Hände zu fallen, und seit Tagen schon nichts mehr zu essen. Dort bahnt sich eine wahre Katastrophe an.

Mehr könnt ihr in einem neuen Artikel von mir lesen:
"Mel kam nicht bis Las Manos"

http://jungle-world.com/artikel/2009/31/36468.html

Und speziell zur Repression der Putschregierung gegen die Opposition:
"Dies ist ein terroristisches Regime"
Interview mit Bertha Oliva von COFADEH
http://www.neues-deutschland.de/artikel/153192.dies-ist-ein-terroristisches-regime.html?sstr=Zeiske|Oliva

Wer Spanisch kann, escuchan Radio Globo! http://www.radioglobohonduras.com/

viernes, 10 de julio de 2009

HONDURAS


HONDURAS


Wie es zur Zeit durch alle Medien geht, ist in Honduras geputscht worden. Das ist geschichtlich betrachtet keine Neuheit in dem kleinen zentralamerikanischen Land, doch seit 30 Jahren hatte es eine Demokratie gegeben. Allerdings wurden auch in diesem System die bestehenden gesellschaftlichen Macht- und Einkommensverhältnisse nicht angetastet.

Und diese bedeuten für 80% der Bevölkerung ein Leben in Armut. 50% der Bevölkerung ist unter 18, aber es gibt weder eine Jugendpolitik noch einen Arbeitsmarkt. Vielen bleibt nur der Gang in die Banden - oder in die Migration. Die Hälfte aller Patient/innen der Herberge kommt stets aus Honduras, und allgemein stellen die Honduraner/innen auch 50% der Migrationsbewegung Richtung Norden.

Warum kam es nun zum Militärputsch? Der rechtmässig gewählte Präsident Zelaya wollte eine unverbindliche Volksbefragung zur Verfassungsänderung durchführen. Kein illegales Vorhaben, aber dennoch haben die alten Eliten wahrscheinlich zu Recht ihre Alleinherrschaft über das Land gefährdet gesehen, haben sich doch spontan alle Basisbewegungen und Gewerkschaften dem Präsidenten und seinen partizipativen Vorhaben angeschlossen.

Nun herrscht eine Pattsituation. Kein Land der Welt erkennt die Putschregierung an, auch für die USA ist der Kalte Krieg vorbei. Die Weltbank, USA und auch die deutsche Regierung haben ihre Kredite eingefroren, das macht das wirtschaftsschwache Land eigentlich unregierbar. Doch das Militär ist die einzige bewaffnete Macht im Land, und die Zivilbevölkerung, die zu 10.000 auf die Strasse geht, steht vor den Panzern.

Lest mehr im Themenblock der Jungle World und in einem Artikel von mir:
Zurück zur Bananenrepublik
http://jungle-world.com/artikel/2009/28/35418.html

domingo, 21 de junio de 2009

VERANSTALTUNGEN


VERANSTALTUNGEN


Verschiedene Gesichter, verschiedene Herkunftsorte, Geschichten, Leben, Traueme und Rueckschlaege. Alle leben sie in der Herberge, und ich wuerde euch gerne etwas ueber sie erzaehlen.


Ich werde mal wieder in Deutschland sein, und es wird zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Suedgrenze, Migration, Menschenrechte & natuerlich ueber die Arbeit der Herberge geben. Einige Staedte sind noch in Planung, aber hier stehen schon mal vier Termine fest:

2. Juli Bielefeld, 19 h, IBZ (Interkulturelles BegegnungsZentrum)
3. Juli Hamburg, 18 Uhr, Hochschule im Rauhen Haus
Grenz-Überschreitungen, Gefährdungen von MigrantInnen und direkte Hilfe auf dem Weg durch Mexiko in die USA
10.Juli Bochum, 20 Uhr, Soziales Zentrum Bochum, Josephstr. 2
14. Juli Muenchen, Ligsalzstr. 8, 20 h, +MEXIKANISCHE LECKEREIEN ZU VOKÜ- PREISEN & anschliessend SOLIBAR

miércoles, 13 de mayo de 2009

JUGENDBANDEN

JUGENDBANDEN

Die Mara Salvatrucha (MS 13) und die Pandilla 18 sind die beiden grossen auf's Blut verfeindeten Banden, deren Graffiti-Tags auf allen Waenden zwischen Los Angeles und San Salvador zu finden sind.
Diese Jugendbanden sind vor dem Hintergrund von Buergerkrieg, Exil & Migration entstanden und haben sich angesichts einer vollkommen fehlenden Jugendpolitik und einer immensen sozialen Ungerechtigkeit in den zentralamerikanischen Laendern zu einem regelrechten Buschfeuer entwickelt.

Die Jugendbanden widmen sich dem Drogenhandel, Strassenkaempfen, Hinrichtungen & Schutzgelderpressung.
Und doch handelt es sich nicht einfach um kriminelle Strukturen:
sie sind zugleich Familienersatz, Subkultur & ein Kampf gegen Systeme, die keine Chancen offenlassen.



Meine erste Bandenangehoerige habe ich 2005 in der Herberge kennengelernt. Sie heisst Yamilet. Es folgten viele weitere.
Der Hoehepunkt meiner Marakontakte war ein Gefaengnisbesuch
mit Doña Olga im Jahr 2007, als diese mich 80 inhaftierten Bandenmitgliedern spontan als Gastrednerin vorstellte.

In San Salvador hatte ich nun endlich einmal Gelegenheit,
mich gezielt mit diesem spannenden Thema zu beschaeftigen,
und daraus ist die folgende Reportage entstanden:

Krieg der Banden

http://jungle-world.com/artikel/2009/19/34442.html

sábado, 2 de mayo de 2009

AUSFLUG IN DIE USA

AUSFLUG IN DIE USA




Eine ereignisreiche Reise liegt hinter uns. Fuer Doña Olgas Preisverleihung mit dem Dalai Lama sind wir nach San Francisco geflogen - und tatsaechlich erst mal von der migra hochgenommen worden. Vielleicht war das naiv von mir, aber eigentlich konnte ich doch nicht ahnen, dass der blondgescheitelte Grenzbeamte bei dem Wort migrants ausflippt, oder?!- "A shelter for migrants? You help illegal migrants to come to our country?!" Ich durfte nicht weiter dolmetschen und Doña Olga & Don Jordan mussten in den Hinterraum, wo vor allem chinesische und mexikanische Einreisende schikaniert werden. Doña Olga hat's ein Glueck gelassen genommen und fand es eher spannend zu sehen, dass Migranten wirklich so scheisse behandelt werden. Ich habe natuerlich schnell die Leute von der Preisverleihung angerufen, und die haben dann der Homeland Security eingeheizt ;-)



Wieder gut gemacht hat das aber fuenffach unsere tolle Gastgeberin, Isabel Allende. Doña Olga und sie haben sich blendend verstanden und sich gegenseitig abendelang Geschichten erzaehlt:
von den Familien, aus der Herberge & Krankenhaus, aus der chilenischen Militaerdiktatur. Ausserdem wurden wir fuerstlich bewirtet und
in San Francisco herumgefahren.



Doña Olga war ausserdem an zwei sehr unterschiedlichen Schulen, um von der Herberge zu erzaehlen. Einmal an der Schule von
Isabel Allendes Enkelinnen und dann in einer Schule in der Mission, dem Latino-Einwandererviertel von San Francisco. An beiden Schulen hatten die Schueler/innen in liebevoller Arbeit dieses Zusammentreffen vorbereitet und haben Doña Olga mit Fragen bombardiert.



Ich weiss nicht, fuer welche Jugendlichen es eindruecklicher war: fuer die aus der reichen Privatschule auf einem wunderschoenen Gelaende ausserhalb der Stadt, oder fuer die Kinder von Migrant/innen, die aehnliche Reisegeschichten wie die Menschen in der Herberge haben duerften.



Die Preisverleihung selbst war sehr bewegent, aber leider blieb ein Preisgeld tatsaechlich aus, so dass die Herberge im Grippe-Stillstand Mexikos nun wirklich gar keine Geldreserven mehr hat. Also bitte, spendet weiter!!! Sonst muessen wir leider Leute entlassen...



Was die Schweinegrippe angeht: in Mexiko wird die Paranoia definitiv genutzt, um politische Prozesse zu vertuschen. Zum einen wurden nun quasi unbesehen Gesetze verabschiedet, die die Policia Federal Preventiva (PFP) mit den Befugnissen einer Geheimpolizei ausstatten. Gleichzeitig hat Mexiko einen Kredit von der Weltbank aufgenommen, der die Aussenverschuldung krass in die Hoehe treibt. Diese wird kaum von der Oberschicht bezahlt werden! Hinzu kommt, dass die Loehne waehrend des Grippe-Stillstand nicht fortbezahlt werden muessen. Eine kleine Wirtschaftsregeneration?? Andererseits geraet die in manchen Staedten schon fast buergerkriegsaehnliche Situation voellig aus dem Blick, in die Drogenhandel & Korruption das Land reissen. Und last but not least: wem, wenn nicht der Pharmaindustrie nuetzt all diese Panik...

Atemmaske runter, Augen & Ohren auf!

martes, 14 de abril de 2009

NEUE PROTHESEN

NEUE PROTHESEN



Gerade werden fuer alle Patient/innen der Herberge, die Amputationen erlitten haben, Prothesen angefertigt. Doña Olga arbeitet seit 10 Jahren mit Dr. Jorge Antonio Álvarez zusammen, der durch Rabatte und einen fast unbegrenzten Kreditrahmen die Herberge unterstuetzt.

Trotzdem bleibt es der grosse Traum in Zukunft einmal eine eigene Prothesenwerkstatt in der Herberge zu haben. Ein Raum ist immerhin schon dafuer vorgesehen, es sind schon ein paar Geraete angeschafft worden. In knapp zwei Wochen werden wir uns mit den Leuten von HEALTH WRIGHTS (einige kennen vielleicht das Buch "Dónde no hay doctor", eben jener Autor David Werner hat diese NGO gegruendet) zusammensetzten, die uns beim Aufbau einer solchen Werkstatt helfen werden.

Die Werkstatt waere nicht nur wichtig, damit Migrant/innen eine Prothese erhalten, sondern auch, damit sie nach einigen Jahren zurueckkehren koennen, um ihre zu reparieren. Denn diese haben je nach Abnutzung (Land, Stadt, Mobilitaet) nur ein paar Jahre Lebensdauer.
(Trotzdem sind sie verdammt teuer: 750 Euro fuer eine Unterschenkelprothese und 1.350 Euro fuer eine Prothese mit Kniegelenk)



Ruben, der im Norden Mexikos, in Saltillo einen Unfall hatte, bekommt hier einen Gipsabdruck gemacht, damit der Doktor nach diesem Modell eine passgerechte Prothese anfertigen kann. Jede Prothese ist Handarbeit und darf keine Druckstellen haben. Menschen mit Prothesen muessen ihr Koerpergewicht stets halten, damit der Beinstumpf weder dicker noch duenner wird.

Yesica ist noch nicht soweit, sie ist erst vor zwei Monaten vom Zug gestuerzt, als sie aufrund von Hitze und Wassermangel ohnmaechtig wurde. Der Beinstumpf muss erst vollkommen verheilt und infektionsfrei sein, dann kann ein Abdruck genommen werden. Solange muss der Stumpf mit Binden zusammengebunden werden, damit er so kompakt wie moeglich wird.





Fuer Yesica ist es als junge Frau noch weit schwieriger, ihren Unfall zu verkraften, als fuer die Maenner. Immerhin sind die Rollenbilder und die darueber gebildetete Identitaet hier sehr stark, und eine Frau ohne Bein gilt weder als sinnlich noch attraktiv. Sie hatte Traenen in den Augen, als sie sagte, dass sie sich jetzt nie wieder schoen anziehen kann. Ich habe ihr versucht mit dem Beispiel von Heather Mills Mut zu machen, die ja nachdem sie ihren linken Unterschenkel in einem Autounfall verlor, (nicht nur mit Paul McCartney einen schweinereichen Mann geheiratet, sondern) auch durchaus weiter als Model gearbeitet hat und bei saemtlichen oeffentlichen Auftritten Abendkleider und sogar hohe Absatze traegt (wobei Yesica wohl leider nie solche hightech Prothesen wie sie haben wird).


(Foto: Fabian Janssen)

Waehrenddessen hat Mario anscheinend den Trauerprozess, den jeder Mensch nach einem solchen schweren Verlust durchgeht, schon abgeschlossen und laeuft begeistert auf seiner neuen Prothese herum. Nur seine Familie, die in einem abgeschiedenen Dorf in Honduras lebt, kann sich das ganze immer noch nicht vorstellen, und fragt am Telefon perplex nach, wie das denn alles moeglich ist und was das fuer ein kuenstliches Bein ist, das ihn von Kruecken und Rollstuhl befreit hat.

lunes, 23 de marzo de 2009

EIN HERZ FUER DIE HERBERGE

EIN HERZ FUER DIE HERBERGE


Liebe Freundinnen und Freunde!


Die Herberge Jesús el Buen Pastor (www.alberguebuenpastor.org.mx) ist die einzige Herberge in ganz Mexiko, die medizinische Unterstuetzung fuer Migranten und Migrantinnen aus Zentralamerika bietet. Hier finden Personen nach schweren Zugunfaellen und traumatischen Ueberfaellen Zuflucht. Ebenfalls bietet die Herberge alten kranken Menschen, schwerbehinderten Menschen und Menschen im Endstadium von HIV/AIDS ein Zuhause.

Die Arbeit der Herberge beginnt schon im Krankenhaus von Tapachula, wo Migrant_innen und Mexikaner_innen ohne finanzielle Mittel (sprich die gesamte laendliche Bevoelkerung) unterztuetzt werden und ihnen Operationen durch Spezialisten, Bluteinheiten, Operationszubehoer, med. Studien und Medikamente bezahlt werden.

Die Herberge wurde vor 10 Jahren gegruendet, sie beruht aber auf der mittlerweile fast 20jaehrigen Arbeit von Olga Sánchez fuer kranke Migrant_innen an der Suedgrenze Mexikos. Olga Sánchez ist eine einfache Frau aus Tapachula, die selbst eine toedliche Krankheit ueberlebte, und infolge dessen unermuedlich die schwersten Faelle im Hospital unterstuetzte.


In den letzten drei Jahren ist es gelungen, eine neue Herberge mithilfe der Migrant_innen ausserhalb der Stadt zu errichten, die Kranken einen wuerdigen Genesungsort bietet. Ausserdem wurde ein Team von engagierten Menschen zusammengestellt, die die verschiedenen Bereiche der Herberge betreuen, denn fuer Doña Olga alleine war diese Arbeit nicht mehr moeglich.

Mit der Idee, den auf dem Weg in die USA gescheiterten Migrant_innen eine neue Perspektive zu bieten und Depressionen infolge einer Amputation oder Angstzustaenden nach Gewalterlebnissen entgegenzuwirken, wurden verschiedene Klassen und Werkstaetten in der Herberge eingerichtet.

So gibt es nun Englisch-, Computer- und Zeichenunterricht und die Moeglichkeit, in der Schneiderwerkstatt und in der neuen Baeckerei zu lernen und zu arbeiten. Die Werkstaetten sollen darueber hinaus helfen, die immensen Kosten der Herberge zu decken. Es gibt auch vier kleine Geschaefte sowie fuenf mobile Verkaufsstaende, die fuer die Herberge Geld erwirtschaften.


Dennoch sind wir gerade in einer Krise, wurde doch viel investiert,
um nachhaltig die Herberge zu unterstuetzen. Doch noch ist die Produktion nicht soweit professionalisiert und unser Kund_innenkreis noch nicht so gross und etabliert, dass wir ausreichende Gewinne erwirtschaften.

Monatlich muss das Team bezahlt werden und taeglich muessen 30-40 Personen mit Essen, Wasser und Strom versorgt werden. Hinzu kommen staendige Ausgaben fuer Operationen und Medikamente sowie groessere Investitionen wie die Anfertigung von Prothesen fuer die Opfer von Zugunfaellen. Eigentlich muesste auch das Dach vor der Regenzeit ausgebessert werden und jeden Tag muessen die drei Autos, die alle ca. 12 h unterwegs sind (Krankentransporte, Besorgungen, Einkaeufe, Behoerdengaenge, etc.) betankt werden.

So hat die Herberge bzw. Doña Olga enorme Kosten zu tragen und ist meist hochverschuldet, damit alles am Laufen gehalten werden kann und Notfaelle im Krankenhaus versorgt werden, die sonst tatsaechlich sterben gelassen werden.



Gemeinsam mit dem Oscar-Romero-Haus e.V. (www.oscar-romero-haus.de) in Bonn versuchen wir nun einen Spender_innenkreis aufzubauen, von Personen, die die Herberge einmalig, immer wieder oder sogar regelmaessig unterstuetzen. Dank des vorteilhaften Euro-Peso-Wechsels koennen wir hier z.B mit 8 Euro fuer einen Tag alle Bewohner der Herberge mit dem Grundnahrungsmittel Tortilla versorgen. Mit 50 Euro im Monat koennen wir einem Migranten/einer Migrantin einen Arbeitsplatz anbieten,
der ihn/sie und ihre gesamte Familie unterstuetzt.

Ich waere euch sehr verbunden, wenn ihr einen kleinen Beitrag dazugeben (oder diesen Brief an nette Leute weiterleiten) koenntet, damit die Arbeit der Herberge nicht still steht und Migrantinnen und Migranten medizinisch versorgt werden koennen.

Vielen herzlichen Dank

KATHRIN

Foerderkreis Oscar-Romero-Haus e.V.
Konto-Nummer 46 809 200
GLS Gemeinschaftsbank eG
BLZ 430 609 67
Verwendungszweck: Herberge Buen Pastor

(bei Angabe einer Adresse im Feld Verwendungszweck werden
im folgenden Januar steuerlich absetzbare Spendenquittungen versandt
)

domingo, 15 de marzo de 2009

Wahlen in El Salvador


WAHLEN IN EL SALVADOR

Wie ihr wisst, kommen viele Migrant_innen, die Chiapas Richtung Norden kreuzen aus El Salvador. Sage und schreibe ein Viertel der Bevoelkerung des kleinen zentralamerikanischen Landes lebt schon jetzt in den USA. Zunaechst flohen viele Menschen waehrend des 12jaehrigen Buergerkriegs in den 80er Jahren in die Vereinigten Staaten. In den 70er Jahren hatten sich die Forderungen nach einer gerechteren Verteilung von Land und Reichtum und die Repression gegen die sozialen Bewegungen enorm zugspitzt. In diesem Krieg gab es kaum eine Familie im Land, die neutral war und deren Mitglieder nicht entweder in Regierungspartei/Para-/Militaer oder in die Guerilla integriert waren.

Der Buergerkrieg endete in einer Patt-Situation, die Guerilla konnte aus einer starken Position heraus den Friedensvertrag verhandeln, so dass das Land ab 1992 von einer Militaer- und CIA-gestuetzten Diktatur in ein demokratisches System umgewandelt wurde. Jedoch: an der grossen sozialen Ungerechtigkeit aenderte sich nichts. In den 80ern sprach man von einer „Oligarchie der 12 Familien“, die Macht und Geld in El Salvador innehielten, heute moegen es ein paar mehr oder weniger sein, aber es bleibt auf jeden Fall eine kleine Elite innerhalb einer Bevoelkerung, die mehrheitlich von einem oder zwei Dollar am Tag lebt.

Das freie Wahlen noch keine Demokratie hermachen, wird am Beispiel El Salvadors mehr als deutlich. Seit 20 Jahren konnte die ultrarechte Regierungspartei ARENA die Wahlen trotz einer eigentlich klaren Mehrheit fuer die FMLN (die ehemalige Guerilla) kurz vor Schluss stets fuer sich entscheiden. Einerseits, indem grosse Mengen des Staatshaushalts fuer die Finanzierung der Wahlkampagne verwandt wurden. Andererseits, weil die drei wichtigsten Fernsehkanaele des Landes, die rund 90% der Einschaltquoten auf sich vereinen, sowie nahezu alle Printmedien in der Hand von ARENA sind.

Die Wahlkampagne von ARENA hat immer das gleiche Thema: „die FMLN sind Kommunisten und sie werden alle enteignen“. In dieser und der letzten Wahlkampagne 2004 wurde dieses Thema dann noch ein wenig spezieller gestaltet: Weil die FMLN Kommunisten sind, wird die USA bei einem Wahlgewinn ihrereits alle diplomatischen Kontakte abbrechen und saemtliche Salvadorianer_innen, die in den Staaten leben, abschieben. Das kann man durchaus eine „Kampagne der Angst“ nennen, beruht das BIP doch zu 19% auf den Geldruecksendungen von Migrant_innen, und das Einkommen der meisten Familien sowieso.

De facto verfolgt die FMLN ein Armutsbekaempfungsprogramm, wie es die UNO nicht besser fordern kann, waehrend ARENA die Ausbeutung des Landes durch internationale Unternehmen zugunsten einiger weniger vorantreibt. Eine Fahrt durch San Salvador macht mehr als deutlich, worum es hier geht. El Salvador ist kein armes Land, sondern ein Land krassester sozialer Gegensaetze. Im Viertel Escalón, ein wenig ueberhalb der Stadt, die feinsten Geschaefte, neueste Gelaendewagen und elegant gekleidete Menschen. Im Zentrum der Stadt alte Holzhaeuser, Bettler mit leproesen Hautausschlaegen, Strassenstaende; die einzige Einkommensmoeglichkeiten der breiten Bevoelkerung im informellen Sektor, und Graffitties der Jugendbanden; die einzige Perspektive einer Generation, die sonst keine hat.

Hoffentlich kann die FMLN heute die Wahlen fuer sich entscheiden!

Und hier koennt ihr ein Interview von mir lesen mit Mauricio Funes,
dem Praesidentschaftskandidaten der FMLN:
http://jungle-world.com/artikel/2009/11/32989.html
(Und fuer noch mehr Hintergrundinformationen, siehe:
http://jungle-world.com/artikel/2009/11/32937.html)


Liebe Gruesse, k.

martes, 3 de marzo de 2009

Militarisierung hautnah

MILITARISIERUNG HAUTNAH


Liebe Freundinnen und Freunde!


Hier endlich mal wieder ein blogeintrag meinerseits. Jetzt bin ich schon lange wieder hier, aber meine ersten Mexikoeindruecke bei der erneuten Ankunft gingen leider recht harmonisch einher mit all den Informationen, die ich mir zeitgleich ueber den sog. „Plan Mexico“ angelesen hab. Innerhalb von drei Jahren soll der mexikanische Staat weitestgehend militarisiert werden im Kampf gegen den Drogenhandel. (siehe auch blog zum Sozialforum...)

Gleich am ersten Sonntag war ich naemlich am Strand und habe mit meinem hondurensischen Patenkind Juan Diego Sandburgen gebaut. Wir waren beide voll konzentriert auf die Errichtung stabiler Mauern, als wir uns ploetzlich inmitten einer Militaerpatroullie wiederfanden. Voll ausgeruestet mit Stiefeln, Helmen und Maschinengewehren. Ziemlich unheimlich, wenn man selbst nur einen Bikini anhat, und ein kleiner Vorgeschmack, wie sich das mexikanische Alltagsleben zukuenftig veraendern wird mit einer erhoehten Praesenz der Truppen im Inland.

Wie effektiv der Einsatz von Militaer gegen den Drogenhandel aber wirklich sein kann, und welche Auswirkungen es gleichzeitig auf das demokratische System Mexikos und die Zivilgesellschaft haben wird, koennt ihr in einem Artikel von mir in der ila (No. 322 Feb 09) nachlesen. Die Ausgabe behandelt speziell den Amtsantritt Obamas und welche Hoffnungen, Kritiken, Erwartungen es auf dem lateinamerikanischen Kontinent hinsichtlich eines Politikwechsels (?) im Weissen Haus gibt. http://www.ila-web.de/aktuelles/letzteausgabe.htm

Bald wieder mehr zur Herberge und viele liebe Gruesse

- KATHRIN

sábado, 17 de enero de 2009

Veranstaltung in Bonn

VERANSTALTUNG IN BONN



„Während ich hier liege, sind Hunderte auf dem Weg“

Bericht & Diskussion über die dramatische Situation zentralamerikanischer Migrant_innen im Transitland Mexiko.

Anlässlich der neuen Kooperation zwischen der
Herberge Jesús el Buen Pastor in Tapachula, Chiapas
und dem Oscar-Romero-Haus in Bonn
berichtet Kathrin Zeiske von der Südgrenze Mexikos.
Diese wird stetig zu einer Kontrollzone gegen
die Migrationbewegung in die USA ausgebaut.


Was wird von der Militarisierung im Rahmen des US-initierten
„Plan México“ zu erwarten sein? ● Wieso werden Migrant_innen massenweise von der mexikanischen Drogenmafia entführt?
● Was können NGOs vor Ort leisten und wo geraten sie an ihre Grenzen? ● Wie beschränken Illegalisierung, Korruption und
Rassismus weltweit die Rechte von Migrant_innen?

Di 20. Januar ◊ 19.30 Uhr
WWW.Oscar-Romero-Haus.DE ◊ Dachboden
Heerstrasse 205 ◊ Bonn-Altstadt


Für alle die nicht kommen können, gibt es einen Artikel in der ila 321 Dezember 08/ Januar 09 (Infos zur Zeitschrift unter http://www.ila-web.de/lateinamerika/home.htm)