lunes, 23 de marzo de 2009

EIN HERZ FUER DIE HERBERGE

EIN HERZ FUER DIE HERBERGE


Liebe Freundinnen und Freunde!


Die Herberge Jesús el Buen Pastor (www.alberguebuenpastor.org.mx) ist die einzige Herberge in ganz Mexiko, die medizinische Unterstuetzung fuer Migranten und Migrantinnen aus Zentralamerika bietet. Hier finden Personen nach schweren Zugunfaellen und traumatischen Ueberfaellen Zuflucht. Ebenfalls bietet die Herberge alten kranken Menschen, schwerbehinderten Menschen und Menschen im Endstadium von HIV/AIDS ein Zuhause.

Die Arbeit der Herberge beginnt schon im Krankenhaus von Tapachula, wo Migrant_innen und Mexikaner_innen ohne finanzielle Mittel (sprich die gesamte laendliche Bevoelkerung) unterztuetzt werden und ihnen Operationen durch Spezialisten, Bluteinheiten, Operationszubehoer, med. Studien und Medikamente bezahlt werden.

Die Herberge wurde vor 10 Jahren gegruendet, sie beruht aber auf der mittlerweile fast 20jaehrigen Arbeit von Olga Sánchez fuer kranke Migrant_innen an der Suedgrenze Mexikos. Olga Sánchez ist eine einfache Frau aus Tapachula, die selbst eine toedliche Krankheit ueberlebte, und infolge dessen unermuedlich die schwersten Faelle im Hospital unterstuetzte.


In den letzten drei Jahren ist es gelungen, eine neue Herberge mithilfe der Migrant_innen ausserhalb der Stadt zu errichten, die Kranken einen wuerdigen Genesungsort bietet. Ausserdem wurde ein Team von engagierten Menschen zusammengestellt, die die verschiedenen Bereiche der Herberge betreuen, denn fuer Doña Olga alleine war diese Arbeit nicht mehr moeglich.

Mit der Idee, den auf dem Weg in die USA gescheiterten Migrant_innen eine neue Perspektive zu bieten und Depressionen infolge einer Amputation oder Angstzustaenden nach Gewalterlebnissen entgegenzuwirken, wurden verschiedene Klassen und Werkstaetten in der Herberge eingerichtet.

So gibt es nun Englisch-, Computer- und Zeichenunterricht und die Moeglichkeit, in der Schneiderwerkstatt und in der neuen Baeckerei zu lernen und zu arbeiten. Die Werkstaetten sollen darueber hinaus helfen, die immensen Kosten der Herberge zu decken. Es gibt auch vier kleine Geschaefte sowie fuenf mobile Verkaufsstaende, die fuer die Herberge Geld erwirtschaften.


Dennoch sind wir gerade in einer Krise, wurde doch viel investiert,
um nachhaltig die Herberge zu unterstuetzen. Doch noch ist die Produktion nicht soweit professionalisiert und unser Kund_innenkreis noch nicht so gross und etabliert, dass wir ausreichende Gewinne erwirtschaften.

Monatlich muss das Team bezahlt werden und taeglich muessen 30-40 Personen mit Essen, Wasser und Strom versorgt werden. Hinzu kommen staendige Ausgaben fuer Operationen und Medikamente sowie groessere Investitionen wie die Anfertigung von Prothesen fuer die Opfer von Zugunfaellen. Eigentlich muesste auch das Dach vor der Regenzeit ausgebessert werden und jeden Tag muessen die drei Autos, die alle ca. 12 h unterwegs sind (Krankentransporte, Besorgungen, Einkaeufe, Behoerdengaenge, etc.) betankt werden.

So hat die Herberge bzw. Doña Olga enorme Kosten zu tragen und ist meist hochverschuldet, damit alles am Laufen gehalten werden kann und Notfaelle im Krankenhaus versorgt werden, die sonst tatsaechlich sterben gelassen werden.



Gemeinsam mit dem Oscar-Romero-Haus e.V. (www.oscar-romero-haus.de) in Bonn versuchen wir nun einen Spender_innenkreis aufzubauen, von Personen, die die Herberge einmalig, immer wieder oder sogar regelmaessig unterstuetzen. Dank des vorteilhaften Euro-Peso-Wechsels koennen wir hier z.B mit 8 Euro fuer einen Tag alle Bewohner der Herberge mit dem Grundnahrungsmittel Tortilla versorgen. Mit 50 Euro im Monat koennen wir einem Migranten/einer Migrantin einen Arbeitsplatz anbieten,
der ihn/sie und ihre gesamte Familie unterstuetzt.

Ich waere euch sehr verbunden, wenn ihr einen kleinen Beitrag dazugeben (oder diesen Brief an nette Leute weiterleiten) koenntet, damit die Arbeit der Herberge nicht still steht und Migrantinnen und Migranten medizinisch versorgt werden koennen.

Vielen herzlichen Dank

KATHRIN

Foerderkreis Oscar-Romero-Haus e.V.
Konto-Nummer 46 809 200
GLS Gemeinschaftsbank eG
BLZ 430 609 67
Verwendungszweck: Herberge Buen Pastor

(bei Angabe einer Adresse im Feld Verwendungszweck werden
im folgenden Januar steuerlich absetzbare Spendenquittungen versandt
)

domingo, 15 de marzo de 2009

Wahlen in El Salvador


WAHLEN IN EL SALVADOR

Wie ihr wisst, kommen viele Migrant_innen, die Chiapas Richtung Norden kreuzen aus El Salvador. Sage und schreibe ein Viertel der Bevoelkerung des kleinen zentralamerikanischen Landes lebt schon jetzt in den USA. Zunaechst flohen viele Menschen waehrend des 12jaehrigen Buergerkriegs in den 80er Jahren in die Vereinigten Staaten. In den 70er Jahren hatten sich die Forderungen nach einer gerechteren Verteilung von Land und Reichtum und die Repression gegen die sozialen Bewegungen enorm zugspitzt. In diesem Krieg gab es kaum eine Familie im Land, die neutral war und deren Mitglieder nicht entweder in Regierungspartei/Para-/Militaer oder in die Guerilla integriert waren.

Der Buergerkrieg endete in einer Patt-Situation, die Guerilla konnte aus einer starken Position heraus den Friedensvertrag verhandeln, so dass das Land ab 1992 von einer Militaer- und CIA-gestuetzten Diktatur in ein demokratisches System umgewandelt wurde. Jedoch: an der grossen sozialen Ungerechtigkeit aenderte sich nichts. In den 80ern sprach man von einer „Oligarchie der 12 Familien“, die Macht und Geld in El Salvador innehielten, heute moegen es ein paar mehr oder weniger sein, aber es bleibt auf jeden Fall eine kleine Elite innerhalb einer Bevoelkerung, die mehrheitlich von einem oder zwei Dollar am Tag lebt.

Das freie Wahlen noch keine Demokratie hermachen, wird am Beispiel El Salvadors mehr als deutlich. Seit 20 Jahren konnte die ultrarechte Regierungspartei ARENA die Wahlen trotz einer eigentlich klaren Mehrheit fuer die FMLN (die ehemalige Guerilla) kurz vor Schluss stets fuer sich entscheiden. Einerseits, indem grosse Mengen des Staatshaushalts fuer die Finanzierung der Wahlkampagne verwandt wurden. Andererseits, weil die drei wichtigsten Fernsehkanaele des Landes, die rund 90% der Einschaltquoten auf sich vereinen, sowie nahezu alle Printmedien in der Hand von ARENA sind.

Die Wahlkampagne von ARENA hat immer das gleiche Thema: „die FMLN sind Kommunisten und sie werden alle enteignen“. In dieser und der letzten Wahlkampagne 2004 wurde dieses Thema dann noch ein wenig spezieller gestaltet: Weil die FMLN Kommunisten sind, wird die USA bei einem Wahlgewinn ihrereits alle diplomatischen Kontakte abbrechen und saemtliche Salvadorianer_innen, die in den Staaten leben, abschieben. Das kann man durchaus eine „Kampagne der Angst“ nennen, beruht das BIP doch zu 19% auf den Geldruecksendungen von Migrant_innen, und das Einkommen der meisten Familien sowieso.

De facto verfolgt die FMLN ein Armutsbekaempfungsprogramm, wie es die UNO nicht besser fordern kann, waehrend ARENA die Ausbeutung des Landes durch internationale Unternehmen zugunsten einiger weniger vorantreibt. Eine Fahrt durch San Salvador macht mehr als deutlich, worum es hier geht. El Salvador ist kein armes Land, sondern ein Land krassester sozialer Gegensaetze. Im Viertel Escalón, ein wenig ueberhalb der Stadt, die feinsten Geschaefte, neueste Gelaendewagen und elegant gekleidete Menschen. Im Zentrum der Stadt alte Holzhaeuser, Bettler mit leproesen Hautausschlaegen, Strassenstaende; die einzige Einkommensmoeglichkeiten der breiten Bevoelkerung im informellen Sektor, und Graffitties der Jugendbanden; die einzige Perspektive einer Generation, die sonst keine hat.

Hoffentlich kann die FMLN heute die Wahlen fuer sich entscheiden!

Und hier koennt ihr ein Interview von mir lesen mit Mauricio Funes,
dem Praesidentschaftskandidaten der FMLN:
http://jungle-world.com/artikel/2009/11/32989.html
(Und fuer noch mehr Hintergrundinformationen, siehe:
http://jungle-world.com/artikel/2009/11/32937.html)


Liebe Gruesse, k.

martes, 3 de marzo de 2009

Militarisierung hautnah

MILITARISIERUNG HAUTNAH


Liebe Freundinnen und Freunde!


Hier endlich mal wieder ein blogeintrag meinerseits. Jetzt bin ich schon lange wieder hier, aber meine ersten Mexikoeindruecke bei der erneuten Ankunft gingen leider recht harmonisch einher mit all den Informationen, die ich mir zeitgleich ueber den sog. „Plan Mexico“ angelesen hab. Innerhalb von drei Jahren soll der mexikanische Staat weitestgehend militarisiert werden im Kampf gegen den Drogenhandel. (siehe auch blog zum Sozialforum...)

Gleich am ersten Sonntag war ich naemlich am Strand und habe mit meinem hondurensischen Patenkind Juan Diego Sandburgen gebaut. Wir waren beide voll konzentriert auf die Errichtung stabiler Mauern, als wir uns ploetzlich inmitten einer Militaerpatroullie wiederfanden. Voll ausgeruestet mit Stiefeln, Helmen und Maschinengewehren. Ziemlich unheimlich, wenn man selbst nur einen Bikini anhat, und ein kleiner Vorgeschmack, wie sich das mexikanische Alltagsleben zukuenftig veraendern wird mit einer erhoehten Praesenz der Truppen im Inland.

Wie effektiv der Einsatz von Militaer gegen den Drogenhandel aber wirklich sein kann, und welche Auswirkungen es gleichzeitig auf das demokratische System Mexikos und die Zivilgesellschaft haben wird, koennt ihr in einem Artikel von mir in der ila (No. 322 Feb 09) nachlesen. Die Ausgabe behandelt speziell den Amtsantritt Obamas und welche Hoffnungen, Kritiken, Erwartungen es auf dem lateinamerikanischen Kontinent hinsichtlich eines Politikwechsels (?) im Weissen Haus gibt. http://www.ila-web.de/aktuelles/letzteausgabe.htm

Bald wieder mehr zur Herberge und viele liebe Gruesse

- KATHRIN