miércoles, 13 de mayo de 2009

JUGENDBANDEN

JUGENDBANDEN

Die Mara Salvatrucha (MS 13) und die Pandilla 18 sind die beiden grossen auf's Blut verfeindeten Banden, deren Graffiti-Tags auf allen Waenden zwischen Los Angeles und San Salvador zu finden sind.
Diese Jugendbanden sind vor dem Hintergrund von Buergerkrieg, Exil & Migration entstanden und haben sich angesichts einer vollkommen fehlenden Jugendpolitik und einer immensen sozialen Ungerechtigkeit in den zentralamerikanischen Laendern zu einem regelrechten Buschfeuer entwickelt.

Die Jugendbanden widmen sich dem Drogenhandel, Strassenkaempfen, Hinrichtungen & Schutzgelderpressung.
Und doch handelt es sich nicht einfach um kriminelle Strukturen:
sie sind zugleich Familienersatz, Subkultur & ein Kampf gegen Systeme, die keine Chancen offenlassen.



Meine erste Bandenangehoerige habe ich 2005 in der Herberge kennengelernt. Sie heisst Yamilet. Es folgten viele weitere.
Der Hoehepunkt meiner Marakontakte war ein Gefaengnisbesuch
mit Doña Olga im Jahr 2007, als diese mich 80 inhaftierten Bandenmitgliedern spontan als Gastrednerin vorstellte.

In San Salvador hatte ich nun endlich einmal Gelegenheit,
mich gezielt mit diesem spannenden Thema zu beschaeftigen,
und daraus ist die folgende Reportage entstanden:

Krieg der Banden

http://jungle-world.com/artikel/2009/19/34442.html

sábado, 2 de mayo de 2009

AUSFLUG IN DIE USA

AUSFLUG IN DIE USA




Eine ereignisreiche Reise liegt hinter uns. Fuer Doña Olgas Preisverleihung mit dem Dalai Lama sind wir nach San Francisco geflogen - und tatsaechlich erst mal von der migra hochgenommen worden. Vielleicht war das naiv von mir, aber eigentlich konnte ich doch nicht ahnen, dass der blondgescheitelte Grenzbeamte bei dem Wort migrants ausflippt, oder?!- "A shelter for migrants? You help illegal migrants to come to our country?!" Ich durfte nicht weiter dolmetschen und Doña Olga & Don Jordan mussten in den Hinterraum, wo vor allem chinesische und mexikanische Einreisende schikaniert werden. Doña Olga hat's ein Glueck gelassen genommen und fand es eher spannend zu sehen, dass Migranten wirklich so scheisse behandelt werden. Ich habe natuerlich schnell die Leute von der Preisverleihung angerufen, und die haben dann der Homeland Security eingeheizt ;-)



Wieder gut gemacht hat das aber fuenffach unsere tolle Gastgeberin, Isabel Allende. Doña Olga und sie haben sich blendend verstanden und sich gegenseitig abendelang Geschichten erzaehlt:
von den Familien, aus der Herberge & Krankenhaus, aus der chilenischen Militaerdiktatur. Ausserdem wurden wir fuerstlich bewirtet und
in San Francisco herumgefahren.



Doña Olga war ausserdem an zwei sehr unterschiedlichen Schulen, um von der Herberge zu erzaehlen. Einmal an der Schule von
Isabel Allendes Enkelinnen und dann in einer Schule in der Mission, dem Latino-Einwandererviertel von San Francisco. An beiden Schulen hatten die Schueler/innen in liebevoller Arbeit dieses Zusammentreffen vorbereitet und haben Doña Olga mit Fragen bombardiert.



Ich weiss nicht, fuer welche Jugendlichen es eindruecklicher war: fuer die aus der reichen Privatschule auf einem wunderschoenen Gelaende ausserhalb der Stadt, oder fuer die Kinder von Migrant/innen, die aehnliche Reisegeschichten wie die Menschen in der Herberge haben duerften.



Die Preisverleihung selbst war sehr bewegent, aber leider blieb ein Preisgeld tatsaechlich aus, so dass die Herberge im Grippe-Stillstand Mexikos nun wirklich gar keine Geldreserven mehr hat. Also bitte, spendet weiter!!! Sonst muessen wir leider Leute entlassen...



Was die Schweinegrippe angeht: in Mexiko wird die Paranoia definitiv genutzt, um politische Prozesse zu vertuschen. Zum einen wurden nun quasi unbesehen Gesetze verabschiedet, die die Policia Federal Preventiva (PFP) mit den Befugnissen einer Geheimpolizei ausstatten. Gleichzeitig hat Mexiko einen Kredit von der Weltbank aufgenommen, der die Aussenverschuldung krass in die Hoehe treibt. Diese wird kaum von der Oberschicht bezahlt werden! Hinzu kommt, dass die Loehne waehrend des Grippe-Stillstand nicht fortbezahlt werden muessen. Eine kleine Wirtschaftsregeneration?? Andererseits geraet die in manchen Staedten schon fast buergerkriegsaehnliche Situation voellig aus dem Blick, in die Drogenhandel & Korruption das Land reissen. Und last but not least: wem, wenn nicht der Pharmaindustrie nuetzt all diese Panik...

Atemmaske runter, Augen & Ohren auf!