miércoles, 12 de junio de 2013

Garifuna gegen Landraub in Honduras




Hüter der Küste


Die UNESCO zählt Tanz, Sprache und Musik der Garifuna zum Weltkulturerbe der Menschheit. Doch in Honduras sind die afroindigenen Strandgemeinden von gewinnversprechenden Megaprojekten bedroht. So leisten die Nachkommen zur Freiheit gelangter afrikanischer Sklaven heute beherzten Widerstand gegen Landraub.


Von Kathrin Zeiske

Wer an der honduranischen Karibikküste einen Traumstrand sucht, ist in Barra Vieja genau richtig. Blaugrüne Wellen schlagen dort sanft auf weißen Sand, während Pelikane majestätisch übers Wasser ziehen. Über dem lilablühenden Bewuchs der Dünen erheben sich Hütten aus Palmwedeln.


Zur paradiesisch anmutenden Kulisse bilden die ernsten Gesichter des örtlichen Patronats einen starken Kontrast. Jesús Herrera, Giovanni Lalo und Helena Martínez haben heute keine Augen für die Idylle. Die Angehörigen des Gemeinderates finden sich unter schattenspendenden Palmdächern am Strand zusammen, um über die drohende Vertreibung des Dorfes zu sprechen.


Denn Barra Vieja ist im Weg. Wie die Nachbargemeinde Miami soll sie dem Megatourismus­projekt „Los Micos Beach & Golf Resort“ weichen. „Ein 18-Loch-Golfplatz soll hier entstehen, ein Fünf-Sterne-Hotel mit Casino, private Luxusresidenzen und Poolanlagen“, berichtet Jesús Herrera. „Für die Bucht von Tela bedeutet das den ökologischen Selbstmord.“ Denn auf dem Baustellengelände befindet sich die Micos-Lagune, die dem Projekt ihren Namen gibt. Sie ist das Wasserreservoir der umliegenden Dörfer.

viernes, 7 de junio de 2013

Friedenspakt der Jugendbanden in El Salvador

Antonio Rodríguez, Pater gegen Ganggewalt»Ein Kniefall vor der Mafia«

Vergangene Woche unterzeichneten Anführer der größten zentralamerikanischen maras (Banden), Mara Salvatrucha 13 und Barrio 18, in Honduras ein Friedens-abkommen. In El Salvador gibt es ein derartiges Abkommen bereits seit Juli 2012. 
Vor über einem Jahr hat die dortige Regierung mit Vertretern von der Mara Salvatrucha 13 und Barrio 18 Friedensverhandlungen aufgenommen. Die Anzahl der Morde ist seit dem Pakt Statistiken der Regierung zufolge von 15 auf fünf pro Tag gesunken. 
Der spanische Pater Antonio Rodríguez, der seit mehr als einer Dekade Friedens-, Präventions- und Rehabilitationsarbeit im armen Stadtteil Mejicanos in San Salvador betreibt, übt jedoch öffentlich Kritik an dem Abkommen. Im vergangenen Jahr erhielt er deswegen mehrfach Morddrohungen. Mit ihm sprach die Jungle World über die problematischen Aspekte dieses Waffenstillstands.

Interview: Kathrin Zeiske


El Salvador, eines der gewalttätigsten Länder Lateinamerikas, hat die obersten Ränge der Mordstatistiken verlassen. Warum überzeugt Sie der Frieden dennoch nicht?
Es ist ein Frieden mit der Mafia. Ein Frieden ohne Bestand. Die Jugendbanden schwören nicht der Gewalt ab – sie gehen lediglich strategische Bündnisse ein. Sie wollen sich nicht auflösen, nicht zurückziehen. Vielleicht werden sie Territorien und Einkommensquellen ändern, aber nicht ihre kriminellen Strukturen. Ihre Bosse, die im Gefängnis sitzen, verhandeln über weniger Tote auf den Straßen, um mehr Besuchszeiten und Annehmlichkeiten im Knast zu bekommen. Es ist ein zynischer Handel um Leichen – ohne Respekt für das Leben an sich.

Weiterlesen in der Jungle World...