jueves, 11 de diciembre de 2014

Die Migrant_innenherberge "72" im Süden Mexikos

Foto: Øle Schmidt 
 
Ein Dach über dem Kopf bei „Bruder Sturm“
 
Fray Tomás riskiert sein Leben als Leiter einer Migrantenherberge in Mexiko
 
Die einen sagen, Fray Tomás ist ein mutiger Mann. Andere finden, er ist schlicht lebensmüde. Der Franziskaner leitet die Migrantenherberge „Die 72“ im südmexikanischen Tenosique. Sein engster Mitarbeiter hat den Druck nicht ausgehalten.
 
Text: Kathrin Zeiske & Øle Schmidt 
Einer hatte es überlebt. Einer von 73. Als der Kugelhagel auf der abgelegenen Ranch vorbei war, stellte sich der junge Ecuadorianer tot. Tage später schleppte er sich schwer verletzt zu einer Station des mexikanischen Militärs. Trotz Unterstützung der Luftwaffe konnten die Soldaten das Gelände erst nach einem mehrstündigen Feuergefecht einnehmen. Das war vor vier Jahren.

Die Migranten waren ohne Papiere auf dem Weg in die USA, als Mitglieder des mächtigen Drogenkartells Los Zetas sie entführten. Die Mittel- und Südamerikaner weigerten sich, Wegzoll für das Passieren des Zeta-Territoriums zu zahlen. Deshalb wurden sie umgebracht.

Seitdem trägt die Migrantenherberge im südmexikanischen Tenosique den Namen „Die 72“. Und ihr Leiter, Fray Tomás, kämpft mit seinen inneren Dämonen. „Natürlich habe ich Angst, wenn mich eine Drohung erreicht“, sagt der 40-Jährige. „Dann kann ich nicht einschlafen und lausche angespannt jedem Geräusch auf dem Dach. Angst zu haben ist natürlich, aber ich glaube, dass die Kraft etwas Neues aufzubauen, stärker ist.“
 

lunes, 1 de diciembre de 2014

Kinder auf der Flucht

 

Mexiko: Die gefährlichste Reise der Welt

 


Zehntausende Kinder sind auf dem Weg von Mittelamerika in die USA

 


Die Flucht von Kindern und Jugendlichen aus Mittelamerika sorgt weltweit für Schlagzeilen. Allein 66.000 Minderjährige wurden im letzten Jahr an der US-Grenze festgenommen. Präsident Obama sprach von einer „humanitären Katastrophe“. Doch die Gefangengenommenen werden in ihre gewalttätigen Heimatländer abgeschoben. Internationaler Schutz für die Kinder auf der Flucht bleibt aus.

Von Kathrin Zeiske

Die Migrantenherberge von Tenosique liegt vor den Toren der südmexikanischen Kleinstadt. Die „72“ ist eine junge Herberge, erst vor vier Jahren ist sie entstanden, um den Reisenden Richtung Norden Zuflucht zu bieten. So jung wie diese Herberge sind auch ihre Bewohner. Rund zwanzig Kinder organisieren sich nach dem Frühstück zum Fangenspiel. Wer abgezählt wird, ist la migra, die Migrationspolizei. Die anderen streben kreischend auseinander. Viel zu nah kommt das Spiel der Kinder ihrer harschen Realität.

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich ihre Väter aus Guatemala, El Salvador und Honduras auf den Weg in die USA machten, um Dollarscheine nach Hause zu schicken. Heute füllen Frauen, Babys, Heranwachsende und Weißhaarige die Migrantenherbergen in Mexiko. Die Männerasyle auf dem Weg nach Norden sind angesichts eines nie deklarierten Krieges zu Flüchtlingslagern geworden.

„Das Problem in Honduras ist die Gewalt“, konstatiert Elder, ein schlaksiger Junge. „Die Jugendbanden sind überall, da können wir nicht draußen sitzen und miteinander lachen, so wie hier. Sie sind genauso alt wie wir, aber töten für Geld." 

Reportage, Interviews und Projektberichte zum Thema Kindermigration auf der Homepage von Adveniat
und in der aktuellen Ausgabe des Blickpunkt Lateinamerika.

Es gibt auch mehrere Blogeinträge zur Recherchereise.


miércoles, 8 de octubre de 2014

Veranstaltungen zu Migration - Flucht - Militarisierung von Grenzen

 
Mittelamerikas Kinder auf dem Weg in die USA. Wie eine Fluchtbewegung genutzt wird, um Migration zu kontrollieren. 

Diskussionsveranstaltung mit der Journalistin & Aktivistin 
Kathrin Zeiske

Barack Obama bezeichnete die Flucht von Kindern und Jugendlichen aus Guatemala, El Salvador und Honduras zutreffend als "humanitäre Katastrophe". Doch diese soll den USA fern bleiben. Massenabschiebungen und eine Verschärfung der regionalen Migrationspolitik folgten als Antwort auf die steigenden Zahlen von aufgegriffenen Minderjährigen an der US-Grenze. 
Kinder und Jugendliche haben in Mittelamerika jedoch oftmals keine (Über)Lebensperspektive mehr. Ihr Alltag ist geprägt ist von Präsenz, Zwangs-/Rekrutierungen, Gewalt und sexueller Gewalt der Jugendbanden. Diese bilden in den Armenvierteln ein Parallelregime zum Staat und treiben "Kriegssteuern" ein. 
Immer mehr Kinder und Jugendliche haben sich in den letzten Jahren auf den Weg gemacht. Begleitet werden sie von Freunden, Coyoten oder Verwandten. Oft nehmen Eltern oder alleinerziehende Mütter ihre Kinder und Babies mit auf die Flucht oder in die Migration. Denn Hoffnungen auf eine Familienzusammenführung  gibt es ohne Papiere nicht. 
Die aktuelle Militarisierung der Südgrenze Mexikos und die Polizeieinsätze auf den  Güterzugstrecken Richtung Norden wird zu einem Anstieg von Unfällen und Korruption führen. Migration und Flucht werden sie nicht verhindern, solange es in Mittelamerika keinen Perspektivwechsel gibt.
 
13.10. Bonn 18 Uhr, veranstaltet vom Institut für Archäologie und Kulturanthropologie, Abteilung für Altamerikanistik, Oxfordstr. 15, Raum 1002

14.10. Frankfurt am Main 18.30 Uhr, Ehemaliges Polizei- und Abschiebegefängnis Klapperfeld, veranstaltet von no-border ffm (noborder-frankfurt.antira.info)

05.11. Bielefeld, 20 Uhr im Welthaus Bielefeld, August-Bebel-Straße 62, veranstaltet von Welthaus Bielefeld & El Salvador-Gruppe

06.11. Hamburg 19.30 Uhr, Werkstatt 3, Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Nernstweg 32 - 34, veranstaltet von Flüchtlingsrat Hamburg e.V. & Mexiko- und Zentralamerika Koordinationsgruppe (CASA) von Amnesty International

11.11. Kassel, 18 Uhr, Universität Kassel, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Raum 0409, Arnold-Bode-Str. 2

12.11. Düsseldorf, 19.30 Uhr, Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, veranstaltet von alerta!

14.11. München, 19:00 Essen, 20:00 Vortrag & Diskussion, Ligsalz8, veranstaltet vom Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V.

18.11. Bonn 19 Uhr, Oscar-Romero-Haus, Heerstr. 205, veranstaltet vom Förderkreis Oscar-Romero-Haus e.V.

lunes, 6 de octubre de 2014

Alltag in der Migration

Honduras in Mexiko

In der südlichen Grenzstadt Tapachula wird die honduranische Präsenz langsam aber sicher zum Alltag

Von Kathrin Zeiske

Mexiko war in den letzten beiden Jahrzehnten Transitland für Hunderttausende Menschen aus Honduras auf dem Weg in die USA. Doch immer repressivere Migrationskontrollen, Übergriffe und Entführungen durch kriminelle Banden und Drogenkartelle haben den Amerikanischen Traum zum mexikanischen Alptraum werden lassen. Dennoch bleibt vielen Honduraner_innen keine Alternative, als ihr Land zu verlassen. Seit dem Putsch durch die rechte Elite im Jahr 2009 sind die Zahlen von Armut und Gewalt in dem mittelamerikanischen Staat nochmals in die Höhe geschnellt. Für viele stellt Mexiko nun eine Möglichkeit für den Neuanfang dar: nicht zu weit weg von Honduras, doch in Sicherheit und mit relativen Aufstiegschancen für Auswander_innen.

Doña Nora sitzt unter einem bunten Sonnenschirm. Denn in der Sackgasse, die zur Migrations­­behörde führt, brennt unbarmherzig die Mittagssonne nieder. Der Strom für Laptop und Drucker kommt aus dem Schnellrestaurant hinter ihrem kleinen Stand. An diesem Morgen sind ihre Dienste viel gefragt: Von Männern und Frauen, zumeist aus Mittelamerika und vor allem aus Honduras, denen Nora Rodríguez zielstrebig beim Ausfüllen der Internetformulare hilft.

Weiterlesen in den Lateinamerika Nachrichten...

martes, 30 de septiembre de 2014

Absolutes Abtreibungsverbot in El Salvador

 "Bald werde ich mit meiner Tochter ans Meer fahren." Mirna hinter einem vergitterten Fenster in ihrem Laden: © Øle Schmidt 

 © Øle Schmidt

Auf Leben und Tod

El Salvador hat eines der schärfsten Abtreibungs­gesetze der Welt. Ein ­Schwangerschaftsabbruch ist unter allen Umständen verboten, selbst bei ­einer Vergewaltigung oder bei ­Gefahr für das Leben der Mutter. Derzeit sitzen 17 Frauen deshalb ­jahrzehntelange ­Haftstrafen ab. Weltweit setzen sich Menschen nun für ihre ­Begnadigung ein.
Von Kathrin Zeiske

Die Gefangenen hämmern von innen gegen das guss­eiserne Tor des Sicherheitssektors 2 im Frauengefängnis Ilopango. Sie wurden aus einem der Zellenkomplexe hinter den mit Stacheldraht besetzten Zäunen herausgerufen, an denen Wäsche in der Sonne trocknet. Eine Wächterin in enger Uniform und hohen Stiefeln bewacht das Tor. "Señora!", rufen die Frauen auf der anderen Seite, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ein paar vereinzelte Anwälte erwarten sie im Außenbereich des Gefängnisses. Dort, wo eine Arbeitskolonne von Häftlingen in gelben T-Shirts mit der Aufschrift "Ich ändere mich" Blechwannen mit Essensresten stapelt. Schließlich öffnet die Wächterin das Tor einen Spalt breit und winkt fünf der Wartenden heraus. Als die Frauen ihre Anwältin ausmachen, lächeln sie. Daniela Ramos gehört zum Anwaltsteam der "Bürgerschaftlichen Vereinigung für eine Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs", die eine mittlerweile weltweit laufende Kampagne für ihre Begnadigung startete. "Die 17" sind wegen Mordes zu Haftstrafen von 30 bis 40 Jahren verurteilt. Angezeigt wurden sie ursprünglich wegen Abtreibung.

 Weiterlesen im Amnesty Journal...

Die Kampagne zur Freilassung der 17 Frauen wird von Deutschland aus vom INKOTA-netzwerk unterstützt. Möglichst viele Briefe sollen die Mitglieder der Kommission für Justiz und Menschenrechte des salvadorianischen Parlaments erreichen, in denen diese aufgefordert werden, sich für die Begnadigung der 17 Frauen einzusetzen. 
 Hier geht´s zur INKOTA-Kampagne...
Fotos mit einer Blume für "Die 17" können direkt an diese facebook-Seite gehen...   

viernes, 26 de septiembre de 2014

Berlin - 28.9.: Veranstaltung zu Ciudad Juarez


 Ciudad Juárez in Bildern


 
Annäherung an das Leben in einer Stadt, in der in den vergangenen sechs Jahren 11.000 Menschen ermordet wurden.
 
Austausch mit sieben BesucherInnen aus dem mexikanischen Ciudad Juárez und Präsentation von Bildern des studentischen Fotowettbewerbs “Deine Stadt”. Veranstaltung auf deutsch und spanisch. Zeit:Sonntag, 28. September, 19 Uhr. Ort: Café Größenwahn, Kinzigstraße 9, Hinterhaus, 10247 Berlin (U5-Samariterstraße) 
 
Veranstaltet von IAK e.V. im Rahmen einer Politischen Reise 

sábado, 20 de septiembre de 2014


Gerechtigkeit ist heilsam

Vergangenheitsarbeit ist in Guatemala eine wichtige Säule der Friedensarbeit

von Kathrin Zeiske

Zukunft kann es nur geben, wenn die Schatten der Vergangenheit angegangen werden. Der Zivile Friedensdienst fördert daher in Guatemala die historische Wahrheitsfindung, juristische Kapazitäten zur Strafverfolgung und psychosoziale Angebote für traumatisierte Menschen. Besondere Bedeutung kommt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung über den Bürgerkrieg zu. Dazu sollen Dialogräume und eine Gedenkstätte beitragen.

Heute überqueren nur vereinzelt Anwältinnen in Hosenanzügen und Justizangestellte den weiten Platz vor dem Justizpalast von Guatemala. Im Frühjahr 2013 war er von Menschen überlaufen: Zum ersten Mal in der Geschichte wurde ein ehemaliger Staatspräsident vor einem nationalen Gericht wegen Genozids angeklagt. Das Verfahren basierte auf der jahrzehntelangen Arbeit ziviler Organisationen, von denen einige sogar als Nebenkläger auftraten.

Weiterlesen im Dossier der welt-sichten auf Seite 13...

sábado, 13 de septiembre de 2014

Honduras Wandel zum "Narcostaat"

Die Macht der Kartelle

Seit dem Putsch im Jahr 2009 hat der Drogenhandel zwischen den Anbaugebieten in Südamerika und dem Markt in den USA in Honduras an Bedeutung gewonnen. Die Drogenkartelle konnten sich zwischen korrumpierten Staatsinstitutionen und einer Wirtschaftsoligarchie, die über Leichen geht, etablieren.

von Kathrin Zeiske

Fast drei Jahre nach dem Mord an ihrem Mann hat Hilda Caldera nachgefragt, welche Ermittlungsergebnisse die Staatsanwaltschaft inzwischen vorweisen könne. Alfredo Landaverde, Chef der Nationalen Antidrogenbehörde (DNL) von Honduras und unermüdlicher Kämpfer gegen die Korruption, war im Dezember 2011 ermordet worden. Seine Witwe, Hilda Caldera, überlebte schwerverletzt die Schüsse der Auftragsmörder auf den Wagen ihres Mannes. Es gebe keine Ermittlungsergebnisse, so die lakonische Antwort der Behörden. Kurz vor seinem Tod hatte Landaverde öffentlich die enge Zusammenarbeit zwischen Politikern, Polizei und Drogenbossen in Honduras angeprangert. »Mit dem Mord an Landaverde setzte der Drogenhandel in Honduras eindeutige Zeichen«, sagt Edgar Soriano, ein honduranischer Analytiker, mit blick auf die historischen wie aktuellen Fakten. »Es war eine klare Ansage: Mischt euch nicht ein.«

Honduras hat sich seit dem Staatsstreich 2009 gegen den gewählten Präsidenten Manuel »Mel« Zelaya zum Narcostaat entwickelt. Es ist ein vielversprechendes Territorium für die Kartelle, die durch den Drogenkrieg in Mexiko gezwungen sind, neue Routen zu suchen. Beschränkte sich das Thema Drogenhandel in Honduras in den vergangenen drei Jahrzehnten auf wenige spektakuläre Ereignisse und Namen – wie die Auslieferung des Drogenbosses Ramón Matta an die USA im Jahr 1988, dessen erzürnte Anhänger daraufhindas US-Konsulat in Brand steckten, weil sie in ihm einen Volkshelden und Wohltäter sahen –, so ist die Präsenz der Drogenkartelle heute allgegenwärtig, in entlegenen Gemeinden und mar­ginalisierten Vierteln genauso wie in den Geschäftszentren des Landes. Staatsanwaltschaft, Gerichtshöfe und der Kongress sind von Kartellen infiltriert, ebenso das Militär, das staatlichen US-amerikanischen Quellen zufolge seit den neunziger Jahren am Kokainschmuggel in die USA beteiligt sein soll. »Eine besondere Gefahr, wurden doch, seit die demokratischen Institutionen am Boden liegen, ganze Regionen von Honduras militarisiert und eine neue Militärpolizei geschaffen«, konstatiert Soriano.

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miércoles, 20 de agosto de 2014

Dokumentarfilm und (Selbst)Zensur in Guatemala


Ein gefährlicher Film

Kathrin Zeiske über Zensur und Selbstzensur in Guatemala


In Guatemala hat sich das Filmfestival «Erinnerung. Wahrheit. Gerechtigkeit» zu einem wichtigen Diskussionsforum entwickelt. Während die Geschehnisse des Bürgerkriegs endlich visuell zugänglich werden, gefährden Gewalt und Straflosigkeit die Ausstrahlung aktueller Produktionen. Als heuer drei in Guatemala gedrehte Dokumentarfilme im letzten Moment vom Festival zurückgezogen wurden, trat das Thema «Zensur und Selbstzensur» in den Vordergrund. Denn lokale Produzentinnen und Protagonisten sind Repression und Verfolgung ausgesetzt.

Einer der Filme, «Crime Hunters» von Juan José Lozano und Nicolas Wadimoff, ist eine Schweizer Produktion, die in Zusammenarbeit mit dem Westschweizer Fernsehen RTS entstand. Er nimmt die Globalisierung der Justiz ins Visier, etwa anhand des Falls Erwin Sperisen. Der ehemalige guatemaltekische Polizeichef wurde gerade vom Genfer Strafgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Dem Schweizer Staatsbürger mit Doppelpass konnte die extralegale Hinrichtung von sieben Häftlingen in Guatemala nachgewiesen werden. Einen von ihnen soll Sperisen 2006 im Gefängnisaufstand von Pavón eigenhändig erschossen haben...


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domingo, 10 de agosto de 2014

Kriminalisierung von Abtreibung in El Salvador

Sara García, salvadorianische Feministin

»Die Reiche reist aus, die Arme verblutet«

El Salvador zählt zu den Ländern, in denen ein Schwangerschaftsabbruch unter allen Umständen verboten ist. Das absolute Abtreibungsverbot hat in dem mittelamerikanischen Land sogar die Kriminalisierung von Frauen zur Folge, die eine Fehlgeburt erlitten haben. Die Kampagne »Die 17« fordert nun die Begnadigung von 17 Frauen, die deswegen zu Gefängnisstrafen zwischen 30 und 40 Jahren verurteilt wurden. Die Initiatorinnen wollen außerdem eine allgemeine Debatte um die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs anstoßen. Mit der Feministin und Aktivistin Sara García, die jeden Mittwoch ein Radioprogramm zum Thema moderiert, sprach die Jungle World über die rigide Gesetzgebung in El Salvador und deren Folgen für betroffene Frauen.

Interview: Kathrin Zeiske

 17 Frauen sind in El Salvador derzeit wegen Abtreibung in Haft. Was haben diese Frauen gemeinsam?
Alle kommen aus extremer Armut und sind daher gesellschaftlich ausgeschlossen, alle verfügen über eine sehr geringe formale Bildung. Sprich, es sind Frauen, die sich gegen Verletzungen ihrer Menschenrechte kaum wehren können. Bei allen wurde der Straftatbestand Abtreibung, aufgrund dessen sie festgenommen wurden, im laufenden Gerichtsprozess nachträglich in »Mord« umgewan- delt. Ihre Kriminalisierung ist Folge der gegenwärtigen Gesetzgebung, die 1998 in Kraft trat. Demnach ist jeglicher Schwangerschaftsabbruch verboten, selbst wenn der Fötus nicht lebensfähig ist, das Leben der Frau in Gefahr ist oder die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung hervorgegangen ist.
Wie kam es zu dieser Gesetzesverschärfung?
Die Reformen wurden von fundamentalistischen Gruppen angeregt und durchgesetzt. Die ultrarechte Organisation der katholischen Kirche, Opus Dei, setzte Schwangerschaftsabbruch mit Mord gleich und führte vor der Abstimmung über die neue Gesetzgebung eine flächendeckende Kampagne für die Kriminalisierung von Abtreibungen durch. 

Weiterlesen in der Jungle World...

Die Kampagne zur Freilassung der 17 Frauen wird von Deutschland aus vom INKOTA-netzwerk unterstützt. Möglichst viele Briefe sollen die Mitglieder der Kommission für Justiz und Menschenrechte des salvadorianischen Parlaments erreichen, in denen diese aufgefordert werden, sich für die Begnadigung der 17 Frauen einzusetzen. 
Hier geht´s zur INKOTA-Kampagne...
Fotos mit einer Blume für "Die 17" können direkt an diese facebook-Seite gehen...   

jueves, 7 de agosto de 2014

Debatte um Migration und Flucht von Kinder



Hinter den Vorhängen


Immer mehr Kinder und Jugendliche aus Mittelamerika fliehen vor Gewalt und Armut in Richtung USA. Oft landen sie auf sich allein gestellt in Abschiebegefängnissen. Doch die Abschottung der Aufnahmeländer kann die Ursachen für die Migra­tion nicht beseitigen und die Flucht bleibt lebensgefährlich.

von Kathrin Zeiske

»Die Kinder haben ein Recht auf Asyl«, konstatiert Pater Richard Estrada. Derzeit ist er in Mexiko unterwegs, um Verbündete für ein internationales Netzwerk zum Schutz der Kinder aus Mittelamerika zu suchen. Einst gründete der weißhaarige Kirchenmann in Los Angeles die Nichtregierungsorganisation Jovenes, Inc., die Straßenkindern und Jugendlichen mit Gewalt- und Missbrauchserfahrungen ein Zuhause gibt. Betroffen macht ihn der unverhohlene Rassismus, der den jugendlichen Einwanderern derzeit in den USA entgegenschlägt.

Der Weg mittelamerikanischer Migranten durch Mexiko in die USA ist einer der gefährlichsten der Welt. Dennoch sind ein paar hunderttausend Menschen jährlich unterwegs: auf klandestinen Pfaden, den Dächern der Güterzüge, mit Hilfe professioneller »Kojoten« (sogenannter Schlepper) und immer auf der Hut vor Drogenkartellen und Polizei. Dass immer mehr Kinder und Jugendliche den beschwerlichen Weg auf sich nehmen, ist in der Region schon lange bekannt.

Erst die Aufforderung von US-Präsident Barack Obama Ende Juni an mittelamerikanische Eltern, ihre Kinder nicht in die USA zu schicken, brachte das Thema weltweit in die Schlagzeilen. Doch in der politischen Diskussion stehen weder die Ursachen für den Exodus der Minderjährigen noch internati­onale Schutzmaßnahmen für sie im Mittelpunkt. Während bislang der »humanitären Katas­trophe« mit Massenabschiebungen begegnet wird, sollen nun die die mexikanische Südgrenze und die Migrationsrouten durch Mexiko militärisch überwacht werden.

Weiterlesen in der Jungle World...

martes, 22 de julio de 2014

Migration und Flucht nach Mexiko


Nichts kann Migranten stoppen

Pater Solalinde über Mexikos verfehlte Flüchtlingspolitik und den Einfluss der Drogenmafia

Seit Dezember 2012 ist die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) in Mexiko wieder an der Macht, die sie bereits von 1929 bis 200u ununterbrochen innehatte. Für die sozialen Bewegungen ist das keine gute Nachricht. Mit dem renommierten Menschenrechtsverteidiger und Herbergengründer Pater Alejandro Solalinde sprach für »nd« Kathrin Zeiske über Migrantenrechte und Migrationspolitik unter der neuen alten Regierung und ihre Positionierung zum Drogenkartell der Zetas.

 

nd: Pater Solalinde, das Netzwerk der Migrantenherbergen in Mexiko, vertreten durch die Pastoral für menschliche Mobilität, hat die massiven Entführungen von Migranten national und international bekannt gemacht...

Weiterlesen in Neues Deutschland.

martes, 8 de julio de 2014

Kinder auf der Flucht aus Mittelamerika

Exodus von Minderjährigen aus Zentralamerika

 

Kontroverse um den Umgang mit unbegleiteten Kindern und Jugendlichen: Militarisierung der Grenzen oder Anerkennung als Flüchtlinge?

Hier bei amerika21.de weiterlesen...



Karawane für die Rechte von minderjährigen Flüchtlingen an der Südgrenze Mexikos


In Mexiko machen sich Aktivisten für die Rechte von minderjährigen Flüchtlingen aus Zentralamerika stark. Mit einem einem Protestmarsch in den ersten Julitagen erinnerten die Menschenrechtsaktivisten und Migranten aus Mexiko, den USA und Honduras an dieses zunehmende soziale Problem.

Hier die Fotogalerie auf amerika21.de anschauen...

viernes, 6 de junio de 2014

Frauenmorde & Drogenkrieg in die Kunsthallen getragen

Foto: Ina Riaskov / Producciones y Milagros Agrupación Feminista


Ciudad Juárez ist eine Frau

Die mexikanische Künstlerin Teresa Margolles erschafft Installationen aus Schutt, Schweiss und Leichenhaus- wasser. Sie bewegt sich dafür in der von Frauenmorden und Drogenkrieg geprägten Grenzstadt Juárez.
Teresa Margolles lässt sich nicht gerne fotografieren, und doch könnte man sie unter Hunderten wiedererkennen. Ein schwarzer Overall, schwarze Doc Martins (die ihrer Meinung nach länger als so manche Ehe halten), zwei schwarze Zöpfe aus glattem dickem Haar. Funkelnde Augen gucken unter einem dichten Pony und einer grauen Militärkappe hervor. Nur ihre Hände, die sind zart und klein. Sie sieht aus wie eine entschlossene Pocahontas oder die Heldin eines düsteren Zukunftsfilms.

Ihr Werk ist auf Ausstellungsstücke reduziert, die minimalistisch und unspektakulär wirken. Doch oft erzählen sie vom vergessenen Tod von Kindern und Frauen an der Peripherie des Weltmarktes, Zivilisten in der Schusslinie eines globalen Krieges um Drogen und Gewinne. Erst das Wissen um die Geschichte, um die Herkunft von Margolles' Installationen lässt den Betrachter erschaudern – und macht ihn oder sie gleichsam zum Zeugen, zur Mitwisserin dieser Verbrechen.


Weiterlesen in der Neue Zürcher Zeitung...

lunes, 2 de junio de 2014

Wahrheitssuche & Bürgerkriegsvergangenheit in Guatemala

 

Es ist Zeit, den Dialog zu suchen

Ex-Guerillero Gustavo Meoño will den Bürgerkrieg in Guatemala aufarbeiten

In Guatemala soll auf dem Gelände des Historischen Polizeiarchivs (AHPN) eine Gedenkstätte und ein Ort des Dialogs errichtet werden, um die Auseinandersetzung mit dem Bürgerkrieg von 1960-1996 zu befördern. Dem Direktor und Ex-Guerilla-Kommandant Gustavo Meoño stehen ein ehemaliger General, Unternehmer und Intellektuelle des Landes zur Seite, um der Wahrheit über die Vergangenheit einen Raum zu schaffen. Mit Meoño sprach Kathrin Zeiske.

 

nd: Herr Meoño, die Entdeckung des vormals geheimen Polizeiarchivs im Jahr 2005 war ein Meilenstein der Vergangenheitsaufarbeitung in Guatemala. Wozu braucht es nun eine Gedenkstätte?


Weiterlesen in Neues Deutschland...

sábado, 17 de mayo de 2014

 

Friedenspakt von "Maras" und Regierung gefährdet

Bis zu 120 Mitglieder der Jugendbanden sollen Polizei und Militär unterwandert haben. Maras drohen mit Mordwelle bei Nichtverlängerung von Abkommen.

Von Kathrin Zeiske

 

San Salvador. Die salvadorianische Regierung stellt derzeit Nachforschungen über eine Infiltrierung der Streitkräfte durch die sogenannten Maras an, also kriminelle Jugendbanden. Justiz- und Sicherheitsminister Ricardo Perdomo ließ letzte Woche verlauten, dass rund 120 Mitgliedern der salvadorianischen Militärakademie und der Polizei­schulen verdächtigt werden, den Jugendbanden anzugehören. Laut Polizeiquellen haben sich diese systematisch eingeschleust, um sich ausbilden zu lassen und Waffen zu entwenden. Sicherheits­minister Perdomo sprach zudem von einer beunruhigenden Aufrüstung der Banden und einer engen Zusammenarbeit mit Drogenkartellen wie den mexikanischen Zetas.

Weiterlesen auf amerika21.de...

martes, 1 de abril de 2014

Zwei Jahre Friedenspakt: Maras in El Salvador

Foto: Edu Ponces / RUIDO Photo

Pakt mit dem Teufel


In El Salvador sind heute mehr Personen bewaffnet als zu Zeiten des Bürgerkrieges. Um dem Krieg im  eigenen Land ein Ende zu setzen, schloss die Regierung vor zwei Jahren einen Friedenspakt mit den gefürchteten Jugendbanden. An der Situation in den Armenvierteln San Salvadors hat dies nicht viel  geändert.

Text: Kathrin Zeiske, Fotos: Edu Ponces & Pau Coll, RUIDO Photo


Zwischen dem Einkaufszentrum Metropolis und dem Krankenhaus von Zacamil sollte man nicht zu Fuß  gehen. Lieber die Buslinie 30 von der einen Haltestelle zur nächsten nehmen, raten Anwohner. Auch wenn das besagte Wegstück im Stadtteil Mejicanos gerade einmal 600 Meter betragen dürfte. Doch die Straße, von außen kaum ersichtlich, bildet hier eine Frontlinie. Nicht Heere stehen sich auf den angrenzenden Hängen gegenüber, sondern Wohnviertel. Beherrscht werden sie von den bis aufs Blut verfeindeten Jugendbanden Mara Salvatrucha 13 und Barrio 18. Der 13 und der 18. Denn in El Salvador fing der Krieg nach Abschluss der  Friedensverträge von 1992 gleich wieder an.

Rund 35.000 Anhänger sollen die Gangs in dem mittelamerikanischen Land haben, das nicht größer als Hessen ist. Manche schätzen sogar, doppelt so viele. Soldaten nennen sie sich selbst. Die ersten starteten als Kinder von Bürgerkriegsflüchtlingen eine kriminelle Karriere in US-amerikanischen Ghettos, wurden abgeschoben und legten – zurück in ihrem Herkunftsland – ein Fegefeuer, das der gesamten Region bis heute den Atem verschlägt. Drogenverkauf, Auftragsmorde, Schutzgelderpressungen und unmenschliche Gewaltakte gehen auf ihr Konto.


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jueves, 20 de marzo de 2014

Honduras nach den Wahlen

Honduras

Chance auf Wandel verpasst

Die Präsidentschaftswahlen am vergangenen 24. November hätten vier Jahre nach dem Putsch in Honduras die Rückkehr zur Demokratie bedeuten können. Kathrin Zeiske war als Mitglied der Honduras Delegation vor Ort, um die Geschehnisse rund um die Wahlen zu beobachten. Ihr  Resümee: Durch den Wahlbetrug der Machthaber versinkt das mittelamerikanische Land tiefer in der politischen Krise.

Die Menge tobt. Ein rotweißes Fahnenmeer wogt vor dem dunkel werdenden Abendhimmel. Ein  Akkordeon spielt auf. Helfer halten die jubelnden Menschen zurück, als das Paar mit Cowboyhüten die Bühne betritt. Wahlkampfzeit in Honduras: Wo Xiomara Castro de Zelaya und Mel Zelaya erscheinen,
herrscht Volksfeststimmung. Vier Jahre nach dem zivilmilitärischen Staatsstreich wurde die Frau des geputschten Ex-Präsidenten mit der neugegründeten Partei LIBRE zur Hoffnungsträgerin der Demokratiebewegung.

„Der Putsch war kein Staatsstreich light, es gab Tote und massive Menschenrechtsverletzungen“,
berichtet der damalige Innenminister Victor Meza. Doch letztendlich habe er LIBRE hervorgebracht. Ein Zusammenschluss aus Linken, Liberalen sowie zivilgesellschaftlichen Gruppen von Künstlern, Indigenen, Feministinnen, Bauerngewerkschaftern und der LGBTI-Community.
„Eine Widerstandsbewegung des 21. Jahrhunderts“, schwärmt Meza. „Mit der Gründung einer Partei macht sich diese nun bereit, dem politischen Filz des Zweiparteiensystems ein Ende zu setzen und die politischen Institutionen ins demokratische System zurückführen."...

Weiterlesen in der aktuellen presente der der Christlichen Initiative Romero (CIR)
Diese kann per Email kostenlos bestellt werden.

sábado, 15 de febrero de 2014

Unterschriftenaktion Migrant/innenherberge

 

Condonen la deuda del Albergue de Jesús el Buen Pastor del Pobre y el Migrante de Tapachula, Chiapas 

El albergue Jesús el Buen Pastor en Tapachula, Chiapas tiene décadas de otorgar asistencia social a migrantes mutilados, enfermos y personas muy necesitadas, y ha sido financiado fundamentalmente con el trabajo de la fundadora Doña Olga Sánchez y su familia. Hoy necesita apoyo gubernamental para solventar la deuda de miles de pesos que tiene con la CFE, y así poder continuar realizando tan importante labor...

Ha pasado ya por momentos de mucha dificultad y hasta hace muy poco había logrado superarlos, pero el pasado domingo 2 de febrero les cortaron la luz, con lo cual peligra el tratamiento y la vida de los migrantes, quienes han sufrido amputaciones o padecen de enfermedades como VIH/SIDA o cáncer. 

A pesar de que la Sra. Olga Sánchez (Premio Nacional de Derechos Humanos 2004), ha buscado apoyo del gobierno tanto estatal como municipal, de los Diputados del estado y del Comisionado del Instituto Nacional de Migración y su delegado en Chiapas, no ha recibido ninguna ayuda hasta la fecha. Por eso hoy pido que nos unamos para solicitarle a la Comisión Federal de Electricidad que la deuda de MXN $68,000.00, acumulada desde hace un año, le sea condonada.