miércoles, 20 de agosto de 2014

Dokumentarfilm und (Selbst)Zensur in Guatemala


Ein gefährlicher Film

Kathrin Zeiske über Zensur und Selbstzensur in Guatemala


In Guatemala hat sich das Filmfestival «Erinnerung. Wahrheit. Gerechtigkeit» zu einem wichtigen Diskussionsforum entwickelt. Während die Geschehnisse des Bürgerkriegs endlich visuell zugänglich werden, gefährden Gewalt und Straflosigkeit die Ausstrahlung aktueller Produktionen. Als heuer drei in Guatemala gedrehte Dokumentarfilme im letzten Moment vom Festival zurückgezogen wurden, trat das Thema «Zensur und Selbstzensur» in den Vordergrund. Denn lokale Produzentinnen und Protagonisten sind Repression und Verfolgung ausgesetzt.

Einer der Filme, «Crime Hunters» von Juan José Lozano und Nicolas Wadimoff, ist eine Schweizer Produktion, die in Zusammenarbeit mit dem Westschweizer Fernsehen RTS entstand. Er nimmt die Globalisierung der Justiz ins Visier, etwa anhand des Falls Erwin Sperisen. Der ehemalige guatemaltekische Polizeichef wurde gerade vom Genfer Strafgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Dem Schweizer Staatsbürger mit Doppelpass konnte die extralegale Hinrichtung von sieben Häftlingen in Guatemala nachgewiesen werden. Einen von ihnen soll Sperisen 2006 im Gefängnisaufstand von Pavón eigenhändig erschossen haben...


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domingo, 10 de agosto de 2014

Kriminalisierung von Abtreibung in El Salvador

Sara García, salvadorianische Feministin

»Die Reiche reist aus, die Arme verblutet«

El Salvador zählt zu den Ländern, in denen ein Schwangerschaftsabbruch unter allen Umständen verboten ist. Das absolute Abtreibungsverbot hat in dem mittelamerikanischen Land sogar die Kriminalisierung von Frauen zur Folge, die eine Fehlgeburt erlitten haben. Die Kampagne »Die 17« fordert nun die Begnadigung von 17 Frauen, die deswegen zu Gefängnisstrafen zwischen 30 und 40 Jahren verurteilt wurden. Die Initiatorinnen wollen außerdem eine allgemeine Debatte um die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs anstoßen. Mit der Feministin und Aktivistin Sara García, die jeden Mittwoch ein Radioprogramm zum Thema moderiert, sprach die Jungle World über die rigide Gesetzgebung in El Salvador und deren Folgen für betroffene Frauen.

Interview: Kathrin Zeiske

 17 Frauen sind in El Salvador derzeit wegen Abtreibung in Haft. Was haben diese Frauen gemeinsam?
Alle kommen aus extremer Armut und sind daher gesellschaftlich ausgeschlossen, alle verfügen über eine sehr geringe formale Bildung. Sprich, es sind Frauen, die sich gegen Verletzungen ihrer Menschenrechte kaum wehren können. Bei allen wurde der Straftatbestand Abtreibung, aufgrund dessen sie festgenommen wurden, im laufenden Gerichtsprozess nachträglich in »Mord« umgewan- delt. Ihre Kriminalisierung ist Folge der gegenwärtigen Gesetzgebung, die 1998 in Kraft trat. Demnach ist jeglicher Schwangerschaftsabbruch verboten, selbst wenn der Fötus nicht lebensfähig ist, das Leben der Frau in Gefahr ist oder die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung hervorgegangen ist.
Wie kam es zu dieser Gesetzesverschärfung?
Die Reformen wurden von fundamentalistischen Gruppen angeregt und durchgesetzt. Die ultrarechte Organisation der katholischen Kirche, Opus Dei, setzte Schwangerschaftsabbruch mit Mord gleich und führte vor der Abstimmung über die neue Gesetzgebung eine flächendeckende Kampagne für die Kriminalisierung von Abtreibungen durch. 

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Die Kampagne zur Freilassung der 17 Frauen wird von Deutschland aus vom INKOTA-netzwerk unterstützt. Möglichst viele Briefe sollen die Mitglieder der Kommission für Justiz und Menschenrechte des salvadorianischen Parlaments erreichen, in denen diese aufgefordert werden, sich für die Begnadigung der 17 Frauen einzusetzen. 
Hier geht´s zur INKOTA-Kampagne...
Fotos mit einer Blume für "Die 17" können direkt an diese facebook-Seite gehen...   

jueves, 7 de agosto de 2014

Debatte um Migration und Flucht von Kinder



Hinter den Vorhängen


Immer mehr Kinder und Jugendliche aus Mittelamerika fliehen vor Gewalt und Armut in Richtung USA. Oft landen sie auf sich allein gestellt in Abschiebegefängnissen. Doch die Abschottung der Aufnahmeländer kann die Ursachen für die Migra­tion nicht beseitigen und die Flucht bleibt lebensgefährlich.

von Kathrin Zeiske

»Die Kinder haben ein Recht auf Asyl«, konstatiert Pater Richard Estrada. Derzeit ist er in Mexiko unterwegs, um Verbündete für ein internationales Netzwerk zum Schutz der Kinder aus Mittelamerika zu suchen. Einst gründete der weißhaarige Kirchenmann in Los Angeles die Nichtregierungsorganisation Jovenes, Inc., die Straßenkindern und Jugendlichen mit Gewalt- und Missbrauchserfahrungen ein Zuhause gibt. Betroffen macht ihn der unverhohlene Rassismus, der den jugendlichen Einwanderern derzeit in den USA entgegenschlägt.

Der Weg mittelamerikanischer Migranten durch Mexiko in die USA ist einer der gefährlichsten der Welt. Dennoch sind ein paar hunderttausend Menschen jährlich unterwegs: auf klandestinen Pfaden, den Dächern der Güterzüge, mit Hilfe professioneller »Kojoten« (sogenannter Schlepper) und immer auf der Hut vor Drogenkartellen und Polizei. Dass immer mehr Kinder und Jugendliche den beschwerlichen Weg auf sich nehmen, ist in der Region schon lange bekannt.

Erst die Aufforderung von US-Präsident Barack Obama Ende Juni an mittelamerikanische Eltern, ihre Kinder nicht in die USA zu schicken, brachte das Thema weltweit in die Schlagzeilen. Doch in der politischen Diskussion stehen weder die Ursachen für den Exodus der Minderjährigen noch internati­onale Schutzmaßnahmen für sie im Mittelpunkt. Während bislang der »humanitären Katas­trophe« mit Massenabschiebungen begegnet wird, sollen nun die die mexikanische Südgrenze und die Migrationsrouten durch Mexiko militärisch überwacht werden.

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