martes, 30 de septiembre de 2014

Absolutes Abtreibungsverbot in El Salvador

 "Bald werde ich mit meiner Tochter ans Meer fahren." Mirna hinter einem vergitterten Fenster in ihrem Laden: © Øle Schmidt 

 © Øle Schmidt

Auf Leben und Tod

El Salvador hat eines der schärfsten Abtreibungs­gesetze der Welt. Ein ­Schwangerschaftsabbruch ist unter allen Umständen verboten, selbst bei ­einer Vergewaltigung oder bei ­Gefahr für das Leben der Mutter. Derzeit sitzen 17 Frauen deshalb ­jahrzehntelange ­Haftstrafen ab. Weltweit setzen sich Menschen nun für ihre ­Begnadigung ein.
Von Kathrin Zeiske

Die Gefangenen hämmern von innen gegen das guss­eiserne Tor des Sicherheitssektors 2 im Frauengefängnis Ilopango. Sie wurden aus einem der Zellenkomplexe hinter den mit Stacheldraht besetzten Zäunen herausgerufen, an denen Wäsche in der Sonne trocknet. Eine Wächterin in enger Uniform und hohen Stiefeln bewacht das Tor. "Señora!", rufen die Frauen auf der anderen Seite, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ein paar vereinzelte Anwälte erwarten sie im Außenbereich des Gefängnisses. Dort, wo eine Arbeitskolonne von Häftlingen in gelben T-Shirts mit der Aufschrift "Ich ändere mich" Blechwannen mit Essensresten stapelt. Schließlich öffnet die Wächterin das Tor einen Spalt breit und winkt fünf der Wartenden heraus. Als die Frauen ihre Anwältin ausmachen, lächeln sie. Daniela Ramos gehört zum Anwaltsteam der "Bürgerschaftlichen Vereinigung für eine Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs", die eine mittlerweile weltweit laufende Kampagne für ihre Begnadigung startete. "Die 17" sind wegen Mordes zu Haftstrafen von 30 bis 40 Jahren verurteilt. Angezeigt wurden sie ursprünglich wegen Abtreibung.

 Weiterlesen im Amnesty Journal...

Die Kampagne zur Freilassung der 17 Frauen wird von Deutschland aus vom INKOTA-netzwerk unterstützt. Möglichst viele Briefe sollen die Mitglieder der Kommission für Justiz und Menschenrechte des salvadorianischen Parlaments erreichen, in denen diese aufgefordert werden, sich für die Begnadigung der 17 Frauen einzusetzen. 
 Hier geht´s zur INKOTA-Kampagne...
Fotos mit einer Blume für "Die 17" können direkt an diese facebook-Seite gehen...   

viernes, 26 de septiembre de 2014

Berlin - 28.9.: Veranstaltung zu Ciudad Juarez


 Ciudad Juárez in Bildern


 
Annäherung an das Leben in einer Stadt, in der in den vergangenen sechs Jahren 11.000 Menschen ermordet wurden.
 
Austausch mit sieben BesucherInnen aus dem mexikanischen Ciudad Juárez und Präsentation von Bildern des studentischen Fotowettbewerbs “Deine Stadt”. Veranstaltung auf deutsch und spanisch. Zeit:Sonntag, 28. September, 19 Uhr. Ort: Café Größenwahn, Kinzigstraße 9, Hinterhaus, 10247 Berlin (U5-Samariterstraße) 
 
Veranstaltet von IAK e.V. im Rahmen einer Politischen Reise 

sábado, 20 de septiembre de 2014


Gerechtigkeit ist heilsam

Vergangenheitsarbeit ist in Guatemala eine wichtige Säule der Friedensarbeit

von Kathrin Zeiske

Zukunft kann es nur geben, wenn die Schatten der Vergangenheit angegangen werden. Der Zivile Friedensdienst fördert daher in Guatemala die historische Wahrheitsfindung, juristische Kapazitäten zur Strafverfolgung und psychosoziale Angebote für traumatisierte Menschen. Besondere Bedeutung kommt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung über den Bürgerkrieg zu. Dazu sollen Dialogräume und eine Gedenkstätte beitragen.

Heute überqueren nur vereinzelt Anwältinnen in Hosenanzügen und Justizangestellte den weiten Platz vor dem Justizpalast von Guatemala. Im Frühjahr 2013 war er von Menschen überlaufen: Zum ersten Mal in der Geschichte wurde ein ehemaliger Staatspräsident vor einem nationalen Gericht wegen Genozids angeklagt. Das Verfahren basierte auf der jahrzehntelangen Arbeit ziviler Organisationen, von denen einige sogar als Nebenkläger auftraten.

Weiterlesen im Dossier der welt-sichten auf Seite 13...

sábado, 13 de septiembre de 2014

Honduras Wandel zum "Narcostaat"

Die Macht der Kartelle

Seit dem Putsch im Jahr 2009 hat der Drogenhandel zwischen den Anbaugebieten in Südamerika und dem Markt in den USA in Honduras an Bedeutung gewonnen. Die Drogenkartelle konnten sich zwischen korrumpierten Staatsinstitutionen und einer Wirtschaftsoligarchie, die über Leichen geht, etablieren.

von Kathrin Zeiske

Fast drei Jahre nach dem Mord an ihrem Mann hat Hilda Caldera nachgefragt, welche Ermittlungsergebnisse die Staatsanwaltschaft inzwischen vorweisen könne. Alfredo Landaverde, Chef der Nationalen Antidrogenbehörde (DNL) von Honduras und unermüdlicher Kämpfer gegen die Korruption, war im Dezember 2011 ermordet worden. Seine Witwe, Hilda Caldera, überlebte schwerverletzt die Schüsse der Auftragsmörder auf den Wagen ihres Mannes. Es gebe keine Ermittlungsergebnisse, so die lakonische Antwort der Behörden. Kurz vor seinem Tod hatte Landaverde öffentlich die enge Zusammenarbeit zwischen Politikern, Polizei und Drogenbossen in Honduras angeprangert. »Mit dem Mord an Landaverde setzte der Drogenhandel in Honduras eindeutige Zeichen«, sagt Edgar Soriano, ein honduranischer Analytiker, mit blick auf die historischen wie aktuellen Fakten. »Es war eine klare Ansage: Mischt euch nicht ein.«

Honduras hat sich seit dem Staatsstreich 2009 gegen den gewählten Präsidenten Manuel »Mel« Zelaya zum Narcostaat entwickelt. Es ist ein vielversprechendes Territorium für die Kartelle, die durch den Drogenkrieg in Mexiko gezwungen sind, neue Routen zu suchen. Beschränkte sich das Thema Drogenhandel in Honduras in den vergangenen drei Jahrzehnten auf wenige spektakuläre Ereignisse und Namen – wie die Auslieferung des Drogenbosses Ramón Matta an die USA im Jahr 1988, dessen erzürnte Anhänger daraufhindas US-Konsulat in Brand steckten, weil sie in ihm einen Volkshelden und Wohltäter sahen –, so ist die Präsenz der Drogenkartelle heute allgegenwärtig, in entlegenen Gemeinden und mar­ginalisierten Vierteln genauso wie in den Geschäftszentren des Landes. Staatsanwaltschaft, Gerichtshöfe und der Kongress sind von Kartellen infiltriert, ebenso das Militär, das staatlichen US-amerikanischen Quellen zufolge seit den neunziger Jahren am Kokainschmuggel in die USA beteiligt sein soll. »Eine besondere Gefahr, wurden doch, seit die demokratischen Institutionen am Boden liegen, ganze Regionen von Honduras militarisiert und eine neue Militärpolizei geschaffen«, konstatiert Soriano.

Weiterlesen in der jungle world...