jueves, 11 de diciembre de 2014

Die Migrant_innenherberge "72" im Süden Mexikos

Foto: Øle Schmidt 
 
Ein Dach über dem Kopf bei „Bruder Sturm“
 
Fray Tomás riskiert sein Leben als Leiter einer Migrantenherberge in Mexiko
 
Die einen sagen, Fray Tomás ist ein mutiger Mann. Andere finden, er ist schlicht lebensmüde. Der Franziskaner leitet die Migrantenherberge „Die 72“ im südmexikanischen Tenosique. Sein engster Mitarbeiter hat den Druck nicht ausgehalten.
 
Text: Kathrin Zeiske & Øle Schmidt 
Einer hatte es überlebt. Einer von 73. Als der Kugelhagel auf der abgelegenen Ranch vorbei war, stellte sich der junge Ecuadorianer tot. Tage später schleppte er sich schwer verletzt zu einer Station des mexikanischen Militärs. Trotz Unterstützung der Luftwaffe konnten die Soldaten das Gelände erst nach einem mehrstündigen Feuergefecht einnehmen. Das war vor vier Jahren.

Die Migranten waren ohne Papiere auf dem Weg in die USA, als Mitglieder des mächtigen Drogenkartells Los Zetas sie entführten. Die Mittel- und Südamerikaner weigerten sich, Wegzoll für das Passieren des Zeta-Territoriums zu zahlen. Deshalb wurden sie umgebracht.

Seitdem trägt die Migrantenherberge im südmexikanischen Tenosique den Namen „Die 72“. Und ihr Leiter, Fray Tomás, kämpft mit seinen inneren Dämonen. „Natürlich habe ich Angst, wenn mich eine Drohung erreicht“, sagt der 40-Jährige. „Dann kann ich nicht einschlafen und lausche angespannt jedem Geräusch auf dem Dach. Angst zu haben ist natürlich, aber ich glaube, dass die Kraft etwas Neues aufzubauen, stärker ist.“
 

lunes, 1 de diciembre de 2014

Kinder auf der Flucht

 

Mexiko: Die gefährlichste Reise der Welt

 


Zehntausende Kinder sind auf dem Weg von Mittelamerika in die USA

 


Die Flucht von Kindern und Jugendlichen aus Mittelamerika sorgt weltweit für Schlagzeilen. Allein 66.000 Minderjährige wurden im letzten Jahr an der US-Grenze festgenommen. Präsident Obama sprach von einer „humanitären Katastrophe“. Doch die Gefangengenommenen werden in ihre gewalttätigen Heimatländer abgeschoben. Internationaler Schutz für die Kinder auf der Flucht bleibt aus.

Von Kathrin Zeiske

Die Migrantenherberge von Tenosique liegt vor den Toren der südmexikanischen Kleinstadt. Die „72“ ist eine junge Herberge, erst vor vier Jahren ist sie entstanden, um den Reisenden Richtung Norden Zuflucht zu bieten. So jung wie diese Herberge sind auch ihre Bewohner. Rund zwanzig Kinder organisieren sich nach dem Frühstück zum Fangenspiel. Wer abgezählt wird, ist la migra, die Migrationspolizei. Die anderen streben kreischend auseinander. Viel zu nah kommt das Spiel der Kinder ihrer harschen Realität.

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich ihre Väter aus Guatemala, El Salvador und Honduras auf den Weg in die USA machten, um Dollarscheine nach Hause zu schicken. Heute füllen Frauen, Babys, Heranwachsende und Weißhaarige die Migrantenherbergen in Mexiko. Die Männerasyle auf dem Weg nach Norden sind angesichts eines nie deklarierten Krieges zu Flüchtlingslagern geworden.

„Das Problem in Honduras ist die Gewalt“, konstatiert Elder, ein schlaksiger Junge. „Die Jugendbanden sind überall, da können wir nicht draußen sitzen und miteinander lachen, so wie hier. Sie sind genauso alt wie wir, aber töten für Geld." 

Reportage, Interviews und Projektberichte zum Thema Kindermigration auf der Homepage von Adveniat
und in der aktuellen Ausgabe des Blickpunkt Lateinamerika.

Es gibt auch mehrere Blogeinträge zur Recherchereise.