viernes, 17 de abril de 2015

Medizinische Experimente der USA in Guatemala

Straßenszene im Zentrum Guatemala Stadts  

Gezielte Infizierung


Zu Beginn des Kalten Kriegs ließ die US-Regierung Menschenversuche in Guatemala durchführen. Gegen die daran beteiligte John Hopkins University wird nun geklagt.
von Kathrin Zeiske 

Mit den Worten »Der Zweck heiligt alle Mittel« verteidigte der Mediziner John Cutler ein Experiment, das er in den Jahren 1946 bis 1948 in Guatemala leitete. Der aufsteigende US-Forscher infizierte 1 308 Prostituierte, Häftlinge, Soldaten, Patienten psychiatrischer Anstalten und Kinder in katholischen Waisenhäusern ohne deren Wissen und Einverständnis mit damals noch nicht heilbaren Geschlechtskrankheiten. Initiiert und finanziert wurden die Menschenversuche vom US-Gesundheitsministerium.

Den guatemaltekischen Opfern wurden Erreger von Syphilis und Gonorrhöe unter die Haut, ins Rückenmark, in die Augen und auf die Schleimhäute vorsätzlich verletzter Genitalien gespritzt. Ministerium und Forscherteam hielten die »Studie« einvernehmlich im Verborgenen. Doch verlässliche Untersuchungsergebnisse blieben in Guatemala aus. Cutler wurde in die USA zurückberufen, wo er zum oberster Berater des Gesundheitsministeriums aufstieg und in den sechziger Jahren an der sogenannten Tuskegee-Studie beteiligt war: 400 an Syphilis erkrankten afroamerikanischen Männern wurde über Jahrzehnte kein Penizillin verabreichte. Beide Fälle verschwanden in den Archiven der Pittsburgh University, wo sie im Jahre 2010 zufällig von der Historikerin Susan Reverby entdeckt wurden.

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jueves, 2 de abril de 2015

Menschenrechtsfilmfestival im Exil

Regisseur Uli Stelzner mit Jungregisseurin Ana Maria Escobar und Jungregisseur Eric Spanky: © Kritisches Kino Zentralamerika- Menschenrechtsfilmfestival Guatemala im Exil 
Regisseur Uli Stelzner mit Jungregisseurin Ana Maria Escobar und Jungregisseur Eric Spanky:  
© Kritisches Kino Zentralamerika- Menschenrechtsfilmfestival Guatemala im Exil

Die Last des Friedens

Das Internationale Menschenrechtsfilmfestival "Erinnerung. Wahrheit. Gerechtigkeit" in Guatemala hat sich in den fünf Jahren seines Bestehens zum wichtigsten zivilgesellschaftlichen Diskussionsforum im Land entwickelt. Dieses Jahr allerdings wird es "ins Exil" gehen, zunächst nach Berlin und dann in lateinamerika-nische Nachbarländer. Denn die Zensur und Selbstzensur guatemaltekischer Produktionen erreichten 2014 ein Ausmaß, das die Existenz des Festivals in Frage stellt.

Von Kathrin Zeiske

Comandante Tito steht inmitten von Leichen. Gelbstichige Filmbilder aus den 1980er Jahren zeigen niemand Geringeren als den heutigen guatemaltekischen Präsidenten Otto Pérez Molina inmitten von Indigenen, die von der Armee ermordet wurden. 6.000 Menschen sehen die in Guatemala bislang unbekannten Aufnahmen im Frühjahr 2010 im Nationalpalast, einer Festung mit blank gewienerten Mosaiken und pompösen Kronleuchtern im Innern. Dort, wo Diktator Efraín Ríos Montt fast drei Jahrzehnte zuvor die erste Pressekonferenz nach der Machtübernahme gab. Die Zeiten haben sich gewandelt - und sie wandeln sich doch nicht. Kurz vor Beginn des ersten Filmfestivals "Erinnerung. Wahrheit. Gerechtigkeit" gab es eine Bombendrohung. Und irgendjemand kappte den Strom.

Von Anfang an hatte das Menschenrechtsfestival keinen leichten Stand in einem Land, dem 36 Jahre Bürgerkriegsvergangenheit eisiges gesellschaftliches Schweigen auferlegt hatten. Doch es füllte die Stille mit einer Debatte - genau in den Jahren, die für die justizielle Vergangenheitsaufarbeitung maßgeblich werden sollten. Im Kinosaal trafen Regisseure, Akademiker, Unternehmer, Vertreter sozialer Bewegungen und ehemalige Guerillaangehörige auf die Nachkriegsgeneration, die die Konflikte der Vergangenheit bislang nur erahnt. Schauplatz des zivilgesellschaftlichen Austauschs war das alteingesessenen Kino Capitol in der Fußgängerzone von Guatemala-Stadt, in der abends und am Wochenende die Menschen flanieren. Der große Kinosaal 2 war dann zumeist bis auf den letzten Platz belegt.

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