miércoles, 24 de junio de 2015

Veranstaltung in Berlin - Migrationspolitik Mexiko

Von geflüchteten Kindern an der US-Grenze zum Plan Südgrenze in Mexiko

Donnerstag, 2. Juli um 19:30 Uhr

Galerie Olga Benario, Berlin

Foto: Kathrin Zeiske
Die erneute Militarisierung der regionalen Migrationspolitik
Diskussionsveranstaltung mit der Aktivistin und Journalistin Kathrin Zeiske

Barack Obama bezeichnete den Höhepunkt der Flucht von Kindern und Jugendlichen aus Mittelamerika letztes Jahr treffend als “Humanitäre Katastrophe”. Doch diese soll den USA fernbleiben. Kein Umdenken in politischen und wirtschaftlichen Beziehungen waren die Folge, sondern eine neue Militarisierungswelle des Migrationsregimes. Das Transitland Mexiko soll schon tausende Kilometer vor den USA die Menschen am Fortkommen hindern.

Die aktuelle Militarisierung der Südgrenze Mexikos und die Jagd auf Migrant*innen auf dem Weg nach Norden führen schon jetzt zu einer Zunahme von Menschenrechtsverletzungen und tragischen Unfällen. Des Weiteren zwingt sie Reisende einmal mehr, auf die Hilfe von Schleusern zurückzugreifen, die von mexikanischen Drogenkartellen kontrolliert werden. Für diese ist die kriminalisierte Migration eine Haupteinkommensquelle.

Migration und Flucht werden sich aber nicht aufhalten lassen, solange sich die Situation in den mittelamerikanischen Herkunftsländern nicht ändert. Hier verhindern es korrupte Regierungen, das Parallelregime von Narcos und Jugendbanden sowie der Ausverkauf an den Weltmarkt, dass die Grundbedürfnisse der Bevölkerung nach Frieden und einem würdigen Leben garantiert werden.

Kathrin Zeiske arbeitete mehrere Jahre lang für eine Migrant*innenherberge im Süden Mexikos. Heute bereist sie die Region als Freie Journalistin.

Info-Veranstaltung im Rahmen der Fotoausstellung “Grenzerfahrungen”
Die Fotoausstellung “Grenzerfahrungen” wird präsentiert von der Gruppe der Menschenrechte Mexiko aus Köln und zeigt die Dialektik der Grenzorte El Paso, Texas und Ciudad Juárez, Mexiko auf, hebt die Thematik Migration, Frauenmorde, den mutigen Ansatz von Aktivist*innen und der Mütter der verschwundenen Frauen und die Ambivalenzen zwischen den Städten an der nordmexikanisch/US-amerikanischen Grenze hervor.

Die Veranstaltungsreihe in diesem Rahmen wird in Kooperation zwischen dem Lateinamerika Nachrichten e.V. und der Galerie Olga Benario durchgeführt.

sábado, 6 de junio de 2015

Proteste gegen Korruption in Guatemala und Nachbarländern

Die Spitzenkandidaten Otto Pérez Molina und Manuel Baldizón im Wahlkampf um Guatemalas Präsidentschaft 2011

Guatemaltekischer Frühling

In Guatemala wurde ein Korruptionsnetz aufgedeckt, das bis in die Regierungsspitze reicht. Proteste erzwangen bereits den Rücktritt der Vizepräsidentin. Auch in anderen Ländern der Region begehrt die ­Bevölkerung auf.

von Kathrin Zeiske

Am 16. April ließ die UN-Kommission gegen Straffreiheit in Guatemala (CICIG) unisono mit der guatemaltekischen Staatsanwaltschaft die Bombe platzen: Eine kriminelle Struktur veruntreue in großem Stil Staatsgelder aus der Zollbehörde. Zahlreiche Festnahmen folgten. Guatemalas Vizepräsidentin Roxana Baldetti ermöglichte ihrem Privatsekretär Juan Carlos Monzón bei einem gemeinsamen Staatsbesuch in Südkorea die Flucht nach Honduras, um dessen Verhaftung zu vermeiden. Allen voran legte die kritische Tageszeitung El Periódico die Vorgänge offen und über Facebook organisierten sich Zehntausende Menschen, um ihre Wut über die korrupte Regierung auf die Straße zu tragen.

Der politische Druck hatte Erfolg. Präsident Otto Pérez Molina verkündete Anfang Mai Baldettis freiwilligen Rücktritt, mit dem sie einem Amtsenthebungsverfahren durch Parlament und Obersten Gerichtshof zuvorkam. Die Freude in der neuen Demokratiebewegung war groß, trotz des Wissens, dass Baldetti das Bauernopfer einer korrupten Regierung ist. Das Motto der Proteste wandelte sich in: »Jetzt holen wir uns den Völkermörder«. Gemeint ist Pérez Molina, dessen maßgebliche Beteiligung am Genozid an der Mayabevölkerung Anfang der achtziger Jahre während des Bürgerkriegs bislang ungesühnt ist.

»Die Menschen werden sich ihrer Macht bewusst«, sagt Alba Lucía Morales begeistert, eine Demonstrantin, die als Expertin für öffentliche Gesundheit für eine internationale Organisation arbeitet. Dies sei wirklich ein politisches Frühlingserwachen. So füllten auch am Samstag Demonstrierende in Guatemala-Stadt erneut den zentralen Platz der Verfassung und richteten sich für eine nächtliche Mahnwache vor dem Nationalpalast ein. In ihrer Empörung authentisch sei die neue Bewegung, die weder politische Vor­reiter noch Ideologien kenne, so Morales. »Der Spontaneität geschuldet, sind die Plakate vor ­allem handgemalt – und so vielfältig wie einfallsreich in ihren Aussagen.« Die sozialen Medien, die die Bewegung zusammengebracht haben, spiegeln sich in ihnen wieder: Hashtags und Meme zieren die Plakate. Nicht nur in der Hauptstadt herrscht mittlerweile Aufbruchstimmung. »Wie eine friedliche Demonstration ein gewalttätiges Land verändert«, titelte BBC.

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