martes, 20 de octubre de 2015

Weiblicher Hiphop gegen Frauenmorde

Foto: Ina Riaskov/Producciones y Milagros Agrupacion Feminista


„Mit dem Mikro in der Hand 
habe ich keine Angst“
Batallones Femeninos ist eine Frauen-Hiphopcrew aus dem mexikanischen Ciudad Juárez. In ihren Songs spiegelt sich der Alltag junger Mädchen in den staubigen Vierteln einer Metropole, die zur „gefährlichsten Stadt der Welt“ erklärt wurde. 
Interview: Kathrin Zeiske

an.schläge: Eine reine Hiphop-Frauen-Crew – davon gibt es nicht viele. Wie sind die Batallones entstanden?
Obeja Negra: Weibliche Vibes finden zusammen! Die Batallones Femininos sind etwas Schönes, das aus dem Dreck erwachsen ist. Als in Mexiko der Drogenkrieg ausbrach und die Stadt militarisiert wurde, war das schrecklich. Aber es entstand auch eine Friedensbewegung, die in marginalisierten Vierteln aktiv wurde. In einer Parallelwelt abseits der großen Boulevards von Juárez mit seinen Großraumdiskos und Fastfood-Restaurants. Ich war damals als einzige Frau mit der Hiphopcrew Socialismo o Barbarie unterwegs. Hinter irgendeiner Bühne traf ich Dilema, die bei Filos Clandestinos sang und irgendwann beschlossen wir, als Frauengruppe zusammenzubleiben.
Ihr rappt über so heftige Dinge wie die Frauenmorde in Ciudad Juárez. Doch seit dem Drogenkrieg sind diese aus den Medien verschwunden. Sind die Morde weiterhin ein Thema?
Obeja Negra: Unbedingt. Seit zwei Jahrzehnten werden in dieser Stadt Frauen umgebracht, weil sie Frauen sind: aufgrund von Hass, der Begierde und dem Besitzdenken von Männern. Aber nicht einmal das blutrünstige Boulevardblatt „P.M.“ berichtet mehr darüber. Viele sagen: Ach, das ist doch längst vorbei. Das stimmt nur leider nicht. Die Femizide gehen weiter und wir können sie nicht einfach ignorieren. Unser Leben ist in Gefahr, und wir wollen davon erzählen, was es heißt, hier als Frau zu leben. Mädchen werden entführt und zu Tode gequält. Wenn meine Nachbarinnen spurlos verschwinden, kann ich nicht über Wüstenblumen und Juárez‘ spektakuläre Sonnenuntergänge rappen.


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