jueves, 5 de noviembre de 2015

Gewaltsam Verschwundene in Mexiko

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Foto: Tabea Huth

Das Erbe des Suppenkochs


 

Santiago Meza López löste für die Drogenkartelle in Tijuana Menschen in Säure auf. Wie aus dem Ort des Horrors einer der Versöhnung wird.

Kathrin Zeiske (Text)/Tabea Huth (Fotos)



Doña Rebeca ist eine einfache Frau. Sie hat ihr Leben lang hart gearbeitet und nebenbei Kinder und Enkel großgezogen. Rebeca Gómez ist aber auch eine Detektivin. Eine hellwache, graublonde Miss Marple in einem Land ohne Verbrechensaufklärung. Als ihr Sohn Juan Francisco verschwand, blieb ihr nichts anderes übrig, als selbst Nachforschungen anzustellen. Das jahrelange Zusammensetzen von Puzzlestücken aus Gesprächsfetzen und Zeitungsmeldungen bescherte ihr schließlich Gewissheit. Ihr Sohn fand sein Ende in den Händen des pozoleros, des Suppenkochs. Aber diesen Namen will Doña Rebeca nicht mehr hören. „Wollen Sie sich vorstellen, wie jemand aus ihrem Sohn Suppe kocht? Nein, wollen Sie nicht!“


Mehr als eine „menschliche Emulsion“ konnten die Forensiker im Januar 2013 auf dem Santiago Meza López gehörenden Gelände tatsächlich nicht mehr finden. Der Festgenommene will dort nach eigener Aussage 300 Leichen in Säure aufgelöst haben. Nach polizeilichen Schätzungen sind es weit mehr. Das in zwei unterirdischen Tanks freigelegte hochtoxische Gebräu von 7.500 Litern erzeugte Lungenschäden bei den Polizeibeamten. Und es erzeugt bis heute tiefes Grauen und Fassungslosigkeit bei jedem, der sich näher mit dem mexikanischen Drogenkrieg beschäftigt.


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