viernes, 19 de febrero de 2016

Papst Franziskus in Juárez

Foto: Luke E. Montavon

Franziskus beendet Mexikoreise in Ciudad Juárez

Papst Franziskus hat seine Mexikoreise gestern in Ciudad Juárez beendet. Die ehemals "gefährlichste Stadt der Welt" schreibt Positivschlagzeilen. Die Agenda des Papstes ist eine mutige, ebenso seine Worte.

Von Kathrin Zeiske

Die Panamericana, eine vibrierende Verkehrsader, die Juárez von Süd nach Nord durchzieht, lag gestern brach. Nur Papst Franziskus hat sie befahren. Tausende Gläubige bildeten eine Menschen kette, damit er ungehindert die jubelnde Menge am Straßen rand passieren konnte. Patricia Montalvo war eine von ihnen. Die Mitfünfzigerin zeigt sich ergriffen. "Der Besuch des Papstes in dieser Stadt ist ein Geschenk für uns alle."

Mit Ciudad Juárez besuchte Franziskus das einstige Epizentrum des sogenannten "Drogenkrieges". Eine Stadt, die Weltmarktfabriken aus dem Norden und ein Arbeiter heer aus dem Süden zum Boomtown machten. Eine Stadt, die durch Frauenmorde traurige Berühmtheit erlangte, in der der Drogenhandel prosperierte und die Jugend der Armenvierteln rekrutierte, in der mit Einmarsch des Militärs 2008 die Gewalt eskalierte und Tausende Menschen das Leben kostete. 

Während die ersten Pilger bei nächtlichen Minusgraden froren, wurden in der vergangenen Woche Straßenzüge hergerichtet und "Juárez ist Liebe"-Plakate geklebt. Schwarze Kreuze auf rosa Grund, die die Mütter von verschwundeten und ermordeten Mädchen und Frauen auf die Laternenpfosten der Panamericana malten, wurden schnell wieder übertüncht. Juana Villalobos hat trotzdem die Messe des Papstes besucht. "Mit dem Foto meiner Tochter auf dem Tshirt habe ich für sie gebetet." Ana María wurde im Alter von 10 Jahren vergewaltigt und erstochen. Zwanzigtausend Plätze in der Papstmesse direkt am Grenzzaun zu El Paso waren für die Angehörigen von Gewaltopfern reserviert.