viernes, 25 de marzo de 2016

Mord an Berta Cáceres in Honduras

Bertha Cáceres

Chronik eines angekündigten Todes

In Honduras wurden im März mit Berta Cáceres und Nelson García bereits zwei Mitglieder der Menschenrechtsorganisation COPINH ermordet. Diese setzt sich unter anderem gegen ein internationales Staudammprojekt ein. Doch der honduranische Staat ermittelt nicht wegen politischen Mordes und versucht stattdessen, die Organisation zu kriminalisieren.

von Kathrin Zeiske


Die Schilderung der letzten Wochen von Berta Cáceres durch die US-amerikanische Antimilitarisierungsorganisation SOA-Watch liest sich wie ein düsterer Umweltthriller: Morddrohungen von Angestellten der Staudammgesellschaft DESA und angeheuerten Paramilitärs, Verfolgungsjagden über Serpentinen durch ausgedehnte Pinienwälder im Bundesstaat Intibucá, Cyberangriffe und internationale Verleumdungen durch die vermeintliche Umwelt-NGO Forest Monkey Consulting, die lokalen indigenen Widerstand für große Unternehmen aushebelt. Am 3. März dringen schließlich mitten in der Nacht Bewaffnete in das Haus der Familie von Berta Cáceres in der Kleinstadt La Esperanza ein, ermorden sie und verwunden den mexikanischen Umweltschützer Gustavo Castro, der sich tot stellt und später fliehen kann.

Der Mord an der indigenen Menschen- und Umweltrechtlerin wird zur Staatsaffäre, doch die honduranischen Behörden ermitteln bis heute nur in eine Richtung. Castro wurde untersagt, das Land zu verlassen; er und Angehörige der Menschenrechtsorganisation COPINH (Ziviler Rat der Volks- und Indigenenorganisationen von Honduras), dessen Generalkoordinatorin Cáceres war, werden verhört und Aussagen gegeneinander gestellt. Die Polizei versucht, interne Streitigkeiten und ein Eifersuchtsdrama zu konstruieren. Währenddessen werden Aktivisten von Bewaffneten drangsaliert. Die honduranische Staudammgesellschaft DESA, die seit dem Jahr 2011 das Wasserkraftprojekt Agua Zarca am Gualcarque-Fluss plant, bleibt bei den Ermittlungen außen vor. Das Projekt gefährdet die Lebensgrundlage der dort ansässigen indigenen Lenca-Bevölkerung, zudem gilt der Fluss den Lenca als heilig.

Dabei berichteten Aktivisten immer wieder vom Aufbau paramilitärischer Einheiten im Zusammenhang mit dem Staudammvorhaben, einem Pilotprojekt, das den Strom für die weitreichenden Bergbaupläne der Regierung im Zusammenspiel mit internationalen Investoren sichern soll. US-amerikanische, kanadische und chinesische Minengesellschaften operieren im Land, seit ein Verbot umwelt- und gesundheitsschädlichen offenen Bergbaus nach dem Putsch im Jahre 2009 ausgehebelt worden war. Die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützte die kartographische Erschließung von Honduras’ Bodenschätzen durch eine Private Public Partnership.

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