jueves, 23 de junio de 2016

Regionalwahlen in Mexiko - PRI R.I.P.

Die institutionalisierte Gewalt

Bei den Regionalwahlen in zwölf Bundesstaaten Mexikos hat die langjährige Regierungspartei PRI eine Niederlage einstecken müssen. Die mexikanische Bevölkerung ist der ausufernden Korruption und Gewalt überdrüssig.

von Kathrin Zeiske
Massengräber, Verschwundene, Frauenmorde, Entführungen, Erpressungen, Straflosigkeit – in Mexiko sind viele Menschen der Gewalt müde. Und auch einer politischen Führungsschicht, die an die Macht strebt, um öffentliche Gelder auf ihr Privatkonto zu verfrachten. Bestes Beispiel ist der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto von der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) selbst, der gemeinsam mit seiner Ehefrau der Bevölkerung ein Luxusleben vorführt. Die Wahlsiege oppositioneller Gouverneure in sieben von zwölf Bundesstaaten, in denen am 5. Juni gewählt wurde, sind demnach auch eine Absage an Peña Nietos »Königsmodell«. »Mirrey« (Mein König) ist in Mexiko ein populärer Begriff für einen aalglatten, reichen Schönling, und »Virrey« für den Vizekönig, Alleinherrscher im kolonialen Mexiko vor den demokratischen Errungenschaften der Unabhängigkeit (1810) und der Revolution (1910). Peña Nieto ist für beides exemplarisch.

Vor den Präsidentschaftswahlen von 2012 konnte der vormalige Gouverneur des Bundesstaats México, einer PRI-Hochburg, mit allem aufwarten, was in Mexiko für einen Wahlgewinn nötig ist: Millionensummen aus privater, öffentlicher und krimineller Kasse für den Wahlkampf, dem Rückhalt der in der »Grupo Atlacomulco« organisierten Parteieliten und dem Sender Televisa als Propagandaplattform. Hinzu kamen eine mediale Kampagne gegen seinen linken Gegenkandidaten Andrés Manuel López Obrador sowie Angélica Rivera als neue Gattin an seiner Seite, einer aus Telenovelas bekannten Schauspielerin.

Dem Modell eines despotisch regierenden, charismatischen Herrschers folgten auch eine ganze Reihe PRI-Gouverneure, die nun ihre Macht nicht weitergeben können. Dabei gestaltete die Partei ihren Wahlkampf nach den bewährten Prinzipien: viel Geld, mediale Kontrolle, Stimmenkauf. »Aber diesmal hat es für den PRI nicht funktioniert«, schreibt Jenaro Villamil im mexikanischen Politmagazin Proceso. Verantwortlich macht er dafür die ­tiefe Ablehnung der offenkundigen Korruption, Manipulation, Straflosigkeit und kriminellen Machenschaften von Gouverneuren wie Javier Duarte in Veracrúz.

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martes, 14 de junio de 2016

Mord an Berta Cáceres in Honduras

Berta Cáceres (li.) und Dona Pasqualita Vázquez (COPINH)

Tod einer Ikone

In Honduras ist die prominente Aktivistin Berta Cáceres erschossen worden. Ihre Anhänger machen eine Baufirma dafür verantwortlich.
 
Von Kathrin Zeiske

Die Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres wurde in der Nacht des 3. März 2016 in ihrem Haus in der Kleinstadt La Esperanza umgebracht. Auftragsmorde kommen in Honduras häufig vor, rund 250 US-Dollar sind das gängige Honorar. 25 Millionen US-Dollar soll hingegen der geplante Staudamm "Agua Zarca" pro Jahr an Gewinn abwerfen, so die Hoffnung der honduranischen Betreiber und internationalen Geldgeber. Berta Cáceres hatte gegen das Projekt drei Jahre lang erfolgreich Widerstand geleistet. Unzählige Male wurde sie deshalb mit dem Tode bedroht.

Dabei schien Berta Cáceres beinahe unsterblich, so viele Attacken hatte sie bereits überlebt. In Jeans, T-Shirt und Wanderstiefeln, mit einem freundlichen Lächeln und klugen Augen unter schwarzen widerspenstigen Locken, kämpfte sie gegen Landraub, Rassismus und Machismo. Unverkennbar ihre dunkle Stimme, mit der sie Ex-Präsident Mel Zelaya genauso fest ermahnte, die Rechte der Indigenen zu achten, wie sie Frauen aus entlegenen Gemeinden ans Herz legte, gegen häusliche Gewalt selbst aktiv zu werden.

"Authentisch" ist der Begriff, den viele Menschen in Honduras nennen, um Berta Cáceres zu beschreiben. Ihr Kampf für Demokratie, Umweltschutz und Menschenrechte brachte ihr im Jahr 2012 den Eichstätter Shalompreis ein, drei Jahre später den Goldman-Preis, die weltweit wohl renommierteste Auszeichnung für Umweltaktivisten.

Der Mord an Berta Cáceres ist bislang ungesühnt. Ihre Töchter kämpfen für die Aufklärung der Tat. Die jungen Frauen, die wegen der ständigen Drohungen gegen die Familie im Ausland studieren, beharren auf einer unabhängigen Untersuchungskommission unter Beteiligung der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, die vergeblich Polizeischutz für Cáceres gefordert hatte.

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miércoles, 1 de junio de 2016

Hiphop und Feminismus in Mittelamerika

Nakury (li.) und Rebeca Lane auf einem Konzert in Mexiko (Foto: Rotmi Enciso)

HipHop-Kriegerinnen 

Rebeca Lane und Nakury sind Teil der Initiative Somos Guerreras („Wir sind Kriegerinnen“), die gerade durch Mexiko und Mittelamerika tourte, Rebeca Lane kommt nun auch nach Deutschland. Die Rapperinnen haben Songs gegen Gendergewalt und machistische Anmachen im Gepäck. Interview: Kathrin Zeiske

an.schläge: Mittelamerika war bisher nicht gerade bekannt für weiblichen HipHop. Auf einmal seid ihr auf dem ganzen Kontinent zu hören. Wie kam es dazu?


Rebeca Lane: In den Hauptstädten gibt es viel Subkultur, vor allem HipHop und Breakdance werden großgeschrieben. Und in den letzten Jahren hat sich viel verändert. Fast alle großen Festivals werden von Frauen organisiert und es gibt weibliche Produzentinnen. Ich verstehe das als Antwort auf die Omnipräsenz der Männer. Wir Frauen haben angefangen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.


Gerade seid ihr am nördlichsten Punkt eurer Tour angekommen, im mexikanischen Ciudad Juárez. Doch ihr gebt nicht nur Konzerte. Was macht ihr noch?


Rebeca: Wir sind zu viert auf Tour: Audrey Funk aus Mexiko, Nativa und Nakury aus Costa Rica und ich aus Guatemala. Wir geben Konzerte und Workshops und drehen ein Video über Aktivistinnen und die Themen, die sie beschäftigen. Wir versuchen, Räume für B-Girls und HipHop-Künstlerinnen zu schaffen,, in denen sie eigene Erfahrungen machen, sich austauschen und organisieren können. Solche Räume bieten Mädchen und Frauen einen starken Rückhalt.

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