miércoles, 7 de diciembre de 2016

Frauenmorde in Ciudad Juarez

Familienangehörige vor menschlichen Überresten im Juareztal.  

Getötet aus Hass

 

Anfang der 1990er Jahre begann im mexikanischen Ciudad Juárez eine nicht abreißende Serie von Hassmorden an Frauen. Erstmals wurde von »Femiziden« gesprochen. Ein Vierteljahrhundert später ist das Phänomen in ganz Mexiko und Lateinamerika verbreitet. Denn Machismo und Frauenhass, gepaart mit Drogenhandel und Straflosigkeit, bilden eine tödliche Mischung. In der Grenzstadt Juárez gelten Femizide unterdessen immer noch als traurige Konstante. Ein bahnbrechendes Gerichtsverfahren soll dabei helfen, die mörderischen Strukturen auszuhebeln. 

 

Von Kathrin Zeiske

 
Auf der Juárezallee im Stadtzentrum gehen die Lichter an. Menschen flanieren an Wechselstuben und Souvenirläden vorbei und genießen die abkühlenden Temperaturen nach Sonnenuntergang. Direkt vor der Grenzbrücke zu den USA steht ein massives rosa Holzkreuz voll rostiger Nägel und erinnert an die toten Frauen der mexikanischen Metropole. Die Fassaden der umliegenden Häuser wurden im letzten Jahr einheitlich weiß gestrichen. Einst waren sie gepflastert von den Suchplakaten der noch immer über 370 verschwundenen Mädchen. Die Stadtregierung hat das Plakatieren verboten. Das Image der Wirtschaftsmetropole, die von Investitionen lebt, soll nicht von Negativschlagzeilen beeinträchtigt werden. Dabei ist die Innenstadt mit den Straßenständen, an denen Gebrauchtwaren aus den USA feilgeboten werden, mit familiären Restaurants, heruntergekommenen Bars und schummrigen Clubs genau der Ort, wo viele verschwundene Frauen zum letzten Mal gesehen wurden. 

Susana Montes kennt diese Straßenzüge in- und auswendig. Sie suchte ihre Tochter Guadalupe dort viele Monate lang ohne Unterlass. Ein Mädchen mit kindlichen Pausbacken, einem freundlichen Lächeln und neckisch blickenden Augen unter schwarzen Ponysträhnen. Voller Träume vom Leben, das noch vor ihr lag. Guadalupe war 17 Jahre alt, als sie an einem Januartag vor sieben Jahren im Zentrum Turnschuhe kaufen ging und nicht zurückkehrte. Für Susana Montes begann ein Kampf zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Endlose Tage, schlaflose Nächte, Woche um Woche.


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lunes, 5 de diciembre de 2016

Neun Monate nach dem Mord an Berta Cáceres

Demonstration in Tegucigalpa für die Aufklärung des Mordes an Berta Cáceres

Projekte des Todes

Nach dem Mord an Berta Cáceres muss der Bau des Staudamms Agua Zarca gestoppt werden.
 
Von Kathrin Zeiske

Am 3. März 2016 wurde in Honduras die renommierte Umweltaktivistin Berta Cáceres umgebracht. Die indigene Feministin kämpfte seit Jahrzehnten gegen Rassismus, Machismus, Megaprojekte und Militarisierung und war eine wichtige Stimmeim Widerstand gegen den Putsch, der den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya im Jahr 2009 aus dem Amt vertrieben hat. Der Kampf gegen ein Staudammprojekt, an dem auch die deutsche Siemens AG indirekt beteiligt ist, kostete sie schließlich das Leben. Das Verbrechen stellt erneut die Verträglichkeit von Energie- und Bergbauprojekten mit Menschenrechten und indigenen Rechten infrage. Der Mord löste weltweit große Empörung aus. Doch auch neun Monate danach gibt es keine Aufklärung. Eine unabhängige internationale Untersuchungskommission soll nun ermitteln, inwieweit in den Mord an Berta Cáceres hohe politische, wirtschaftliche und militärische FunktionärInnen in Honduras verwickelt sind und inwieweit ausländische Firmen und Banken Verantwortung tragen. Es ist an der Zeit, dass die deutsche Bundesregierung ihre Politik in Honduras von Grund auf überdenkt und die deutschen Konzerne die Verantwortung für ihre Aktivitäten übernehmen.


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