viernes, 26 de mayo de 2017

Arbeitskämpfe in den Maquilas von Ciudad Juarez

Maquilas in Juárez vom Flugzeug aus gesehen

Global Player in Mexikos Wüstensand

In der Boomtown Ciudad Juárez gelten Arbeitsrechte nicht viel. Streiks und Organisierungsversuche gibt es dennoch

Von Kathrin Zeiske
 
Gregoria »Goya« Medina stammt aus einem kleinen Dorf in Durango. Ihre Eltern zogen sie mit Eselsmilch auf. Als sie vier war, ging die Familie nach Ciudad Juárez, in eine staubige Wüstenmetropole an der US-Grenze mit Arbeit für Zugezogene aus dem ganzen Land. Mit 14 Jahren gab Goya an, älter zu sein, um auch in der Maquila, wie sie hier die Weltmarktfabriken nennen, arbeiten zu können. Dort, wo alle arbeiten. Heute, nach zwei Dekaden am Fließband und mittlerweile 13 Jahren in der gleichen Firma, am gleichen Arbeitsplatz Tintenpatronen befüllend für den US-amerikanischen Druckerhersteller Lexmark, wurde Goya entlassen. Sie hatte für sechs Pesos mehr Lohn am Tag gestreikt, umgerechnet sind das 30 Eurocent.

Streiks sind keine Seltenheit in den Maquilas von Ciudad Juárez. Doch Vorarbeiter und Personalmanager reagieren schnell und konkret. Mit sofortigen Entlassungen, mit Isolierung am Arbeitsplatz, mit Drohungen und Einschüchterungen. Selten kann ein Streik so lang aufrecht erhalten werden wie im letzten Jahr gegen die Unternehmen Lexmark, Foxconn und Eaton. Selten bewilligen die multinationalen Firmen minimale Lohnerhöhung. Klagen müssen schon massiv sein, damit Abfindungen gezahlt werden. Die Gründung von Gewerkschaften, die sich von gelben Gewerkschaften durch eine tatsächliche Interessenvertretung der Arbeitenden unterscheiden, werden durch bürokratische Hürden gekonnt verhindert.

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viernes, 12 de mayo de 2017

Mexikanische Arbeitsmigration: Ciudad Juárez - El Paso

 
Schlechte Literatur im Border Patrol-Museum von El Paso

Auf der falschen Seite

 

US-Präsident Donald Trump will seine Mauer zu Mexiko als Erstes zwischen Ciudad Juárez und El Paso hochziehen. Da steht aber schon eine. Für die Grenzstädte ist die Arbeitsmigration aus Mexiko in die USA und auch deren Kontrolle Teil ihrer Geschichte. Die geplante Verschärfung der Grenzkontrollen erzeugt dennoch Unsicherheit. 


Von Kathrin Zeiske


Im Westen von El Paso und Ciudad Juárez, dort wo auf texanischer Seite der Sunland Park und auf chihuahuensischer Seite das Viertel Anapra liegt, ersetzten bereits Wochen vor Donald Trumps Amtsantritt gigantische rostbraune Stelen den Jahrzehnte alten Maschendrahtzaun. Eine Handvoll Halbstarker streift auf mexikanischer Seite an der Grenze entlang, auf einem schlammigen Pfad zwischen Müll und Gestrüpp. Eine Frau ruft in plötzlicher Panik einen kleinen Hund zurück, der neugierig zwischen den Stelen hindurch in die USA späht. Auf der anderen Seite sind Bauarbeiter mit neon­orangen Sicherheitshelmen mit der Grenzsicherung beschäftigt und bedienen schweres Gerät.

Anapra, ein Randviertel von Ciudad Juárez, das sich in die Wüste frisst und dessen Bewohnerinnen und Bewohner bis auf 50 Meter an die Grenze zu den USA herangebaut haben, ist stadtbekannt für seine coyotes, für Schleuser, die Menschen auf die andere Seite bringen. Statistisch gesehen sind das jedoch nicht viele. Andere Orte entlang der 3 144 Kilometer langen Grenze zwischen Mexiko und den USA sind weitaus bedeutender für den klandestinen Grenzübertritt. Doch seit zwei Jahren ist Anapra im Blick von dubiosen konservativen US-Internetportalen wie Judicial Watch. Dass von Anapra aus Anhänger des »Islamischen Staats« (IS) Bombenangriffe auf die benachbarte Armeebasis Fort Bliss in El Paso planen, wie diese schreiben, wurde von den US-Behörden nie bestätigt.

Eine Vermutung, die lokale Akademiker schmunzeln lässt. »Anapra hat viele andere Probleme, aber der IS ist dort nicht zu finden«, sagt Josiah Heyman vom Zentrum für Interamerikanische und Grenzstudien an der Universität von Texas in El Paso (UTEP). Das Viertel gilt als einer der ärmsten Stadtteile von Juárez. Staubpisten ersetzen Straßen und es gibt erst seit wenigen Jahren Wasser- und Stromanschluss. Fast alle, die dort leben, arbeiten in den maquilas, den exportorientierten Fabriken im Süden der Stadt. Die Präsenz der »Aztecas«, einer alteingesessenen Bande, die dem Juárez-Kartell untersteht, ist unumstritten.

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