sábado, 15 de julio de 2017

Frauenmorde in Honduras

Frauenorganisationen demonstrieren in Tegucigalpa

 

Tödlicher Machismo

In Honduras haben zahlreiche Frauengruppen gegen die vielen Morde an Frauen protestiert. Ursachen sind Machismo und Bandengewalt, die Täter gehen fast immer straffrei aus.

Von Kathrin Zeiske

Jensy wollte ihren 26. Geburtstag feiern und endete gesteinigt auf einem Friedhof in Tegucigalpa. Milenas Kinder hörten die Schüsse vor dem Haus, ohne zu ahnen, dass diese ihrer Mutter galten. Die 19jährige Estefania wurde von ihrem Freund erschossen. Die Ingenieursstudentin Mónica wurde vor den Augen ihrer vierjährigen Tochter von ihrem Mann mit einem Hammer erschlagen. In San Pedro Sula wurde eine geköpfte Mädchenleiche auf einem Schulgelände gefunden. Heidy überlebte die Attacke ihres Ehemanns mit einer Machete schwer verletzt, sie verlor den rechten Fuß.

Das ist eine wahllose Aufzählung oft tödlich endender mysogener Gewalt­taten in Honduras. Dagegen protestierten am 4. Juli 20 Frauenorganisationen vor dem Regierungssitz in der Hauptstadt Tegucigalpa. Allein in den vorangegangenen zehn Tagen waren 18 Frauen getötet worden. Bei 463 Frauenmorden im vergangenen Jahr wurden in nur 15 Fällen Untersuchungen ein­geleitet. Während Gewaltverbrechen im Allgemeinen seit Beginn dieses Jahres nach Regierungsangaben um 22 Prozent zurückgegangen sind, steigt die Zahl der Femizide erneut an. Organisierte Kriminalität wird bekämpft, während sexuelle und häusliche Gewalt, die Frauen betrifft, ignoriert wird. »In Honduras eine Frau zu sein, ist ein ständiges Risiko«, sagte Sara Tomé vom Zentrum für Frauenstudien (CEM) der BBC.

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sábado, 1 de julio de 2017

Abschiebungen aus den USA

Grenzanlagen zwischen Ciudad Juárez und El Paso

USA: »Sie behandeln dich wie Dreck«


Die Haftbedingungen für illegalisierte Migranten sind gleichbleibend schlecht, die Haftdauer länger denn je

Von Kathrin Zeiske

Antonio Ortiz* sieht müde aus. Er wählt die einzige Handynummer, die er auswendig weiß: die seines Ältesten. »Alles in Ordnung, mein Sohn«, spricht Antonio in den Hörer. »Sie haben mich abgeschoben. Ich nehme den nächsten Bus nach Hause. Sag deiner Mutter und deinen Schwestern Bescheid.« Das erste Lebenszeichen nach eineinhalb Monaten. So lange saß er in Abschiebehaft. »Sie behandeln dich dort wie Dreck, schlimmer als einen Kriminellen.« In jeder Geste des Wachpersonals liege Verachtung. Nicht einmal die Tiefkühlkost, die sie als Essen an die Festgenommenen austeilen, würde warm gemacht. Oft sei das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. »Du sollst ja nicht auf die Idee kommen, noch mal zurückzukommen.«

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