jueves, 5 de octubre de 2017

Frauenmorde im Bundesstaat Mexiko

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Foto: Ina Riaskov, Demonstration gegen Frauenmorde im Bundesstaat Mexiko

Vom Maisfeld zur Todeszone

Nirgendwo in Mexiko gibt es so viele Fälle von Gewalt und Morden an Frauen und Mädchen wie im Bundesstaat México. Machismo und Misogynie reichen hier von der Straße bis ins Staatsamt.

Von Kathrin Zeiske

Die Seilbahn zwischen Santa Clara und La Cañada führt über Hügel voller Häuser, dicht befahrene Ausfallstraßen und dunkle Abwässerkanäle. Alfredo del Mazo Maza lächelt in einer der Gondeln sein strahlendstes Wahlkampflächeln für die Facebook-Liveübertragung. Es ist Wahlkampf im Mai im Bundesstaat México. Graumelierte Haare, blasser Teint und ebenmäßige Gesichtszüge – wie viele aufstrebende Politiker der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) sieht del Mazo aus wie ein Telenovela-Star. Mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto hat er vieles gemein: die Verwandtschaft, die Zugehörigkeit zu den obersten Machtzirkeln der ewigen Regierungspartei PRI und bald schon den Gouverneursposten des stimmenstärksten Bundesstaates des Landes.

Am 16. September trat del Mazo sein Amt als Gouverneur an. Sein Wahlsieg war so knapp wie umstritten. Zum ersten Mal musste die PRI in ihrer Hochburg und Kaderschmiede um die Macht bangen. Das liegt auch an der Empörung über Frauenmorde und die damit zusammenhängende Korruption und Straflosigkeit. Denn als Gouverneur hat del Mazo auch die Verantwortung für die immer stärkere Verbreitung eines tödlichen Phänomens: des Femizids.

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