jueves, 30 de noviembre de 2017

Wahlen in Honduras

Graffiti in Tegucigalpa, das die politischen Interessen der Regierung Hernández hinter dem Mord an der Umweltaktivistin Berta Cáceres anprangert 
Sieg der Resignation


Bei den am Sonntag in Honduras stattfindenden Präsidentschafts­wahlen scheint der Sieger schon festzustehen: der autokratische Amtsinhaber Juan Orlando Hernández.


Von Kathrin Zeiske


»In Honduras haben wir de facto keine freien Wahlen«, sagt Allan Fajardo. Sämtliche politischen Instanzen, die diese garantieren könnten, seien auf die Politik der Nationalen Partei von Honduras (PNH) eingeschworen. Der Soziologieprofessor mit Hornbrille und Ledermütze auf dem kahlen Kopf lacht spitzbübisch. »Das ist, als würde Bayern München alle Schiedsrichter der Saison stellen.« Am kommenden Sonntag finden die Präsidentschaftswahlen statt, der Amtsinhaber Juan Orlando Hernández von der PNH ist so gut wie konkurrenzlos.

Fajardo, einst politischer Berater der Regierung Manuel Zelayas, gegen die 2009 geputscht wurde, kennt die gängigen Wahlbetrugsstrategien in- und auswendig: die Umschichtung von Wählern auf Nachbarbezirke, um ungewollte Mehrheiten zu verhindern; der Raub von Wahlausweisen vor den Wahlen; das ratón loco (verrückte Maus) genannte Spiel, bei dem Wahlberechtigte erst im Wahllokal erfahren, dass sie nicht dort, sondern woanders registriert sind, etwa auf einer Insel in der Karibik oder in einem entfernten Bergdorf. »Schließlich ist auch der Kauf von Stimmen gerade in der armen Bevölkerung sehr verbreitet, für die 500 Lempiras, umgerechnet 25 US-Dollar, viel Geld sein kann«, so der Soziologe. Vor allem in Grenzgebieten werden Menschen aus den Nachbarländern nach Honduras geholt, um mit gefälschten Ausweisen wählen zu gehen. Der kolumbianische Hacker Andrés Sepúlveda berichtete 2016 aus dem Gefängnis heraus über die Beteiligung von Hackern am Wahlkampf in Honduras.

Weiterlesen in der jungle world...

miércoles, 1 de noviembre de 2017

Ni una menos - Bewegung gegen Frauenmorde

Nicht eine mehr, Grafitti gegen Frauenmorde in Ciudad Juárez

 

»Wir sticken Frauenmorde«

Mexiko: Mit schillernden Kampagnen erinnern Aktivistinnen an die Ermordeten und nehmen den Staat in die Pflicht

Von Kathrin Zeiske

»Was sticken Sie denn da?«, fragt immer jemand. Minerva Valenzuela erzählt lächelnd von der Kampagne »Bordamos Femicidios«, die für eine Erinnerungsarbeit von Frau zu Frau steht. »Wir sticken Femizide«, erklärt Valenzuela, »die Idee ist, dass Frauen etwas Lebenszeit einer ermordeten Frau widmen und deren Fall auf ein Tuch sticken.« Über 500 Stickerinnen sind es heute, die sich auf der Straße und über Facebook gefunden haben. Gestickt wird aus einer sehr persönlichen Sicht.

Wenn hunderte Tücher im Wind flattern, erregt dies Aufmerksamkeit und die mörderische Gewalt gegen Frauen in Mexiko wird sichtbar: in der Bank, an der Bushaltestelle oder vor Regierungsgebäuden. »Bordamos Femicidios« verbreitet den tagtäglichen Femizid auch in den sozialen Medien. Eine wichtige Aufgabe, denn sensationslüsterne Pressemeldungen machen Frauen immer wieder selbst für die Gewalt gegen sie verantwortlich. »Wir versuchen, uns nicht paralysieren zu lassen«, so Minerva Valenzuela. »Wir wollen aktiv und solidarisch bleiben.«

Weiterlesen in Neues Deutschland...