miércoles, 20 de diciembre de 2017

Mexiko - Sklavenarbeit in Maquilas

 
Personaltransport: einer von Hunderten von Bussen, die zum Schichtwechsel Arbeiterinnen aus den Maquilas in die Armenviertel von Ciudad Juarez bringen.

Maquilas in Ciudad Juárez

 

Die Montagebetriebe an der Grenze bieten Arbeit für Menschen aus dem ganzen Land. Pabst Francisco bezeichnete die Arbeitsbedinungen in ihnen als "Moderne Sklaverei". Fünf Texte, die in der Recherche für die Jahresaktion "Arbeit in Würde" für Adveniat entstanden sind.


Arm trotz Arbeit 

Die mexikanische Wirtschaftsmetropole Ciudad Juárez ist ein Anziehungspunkt für Menschen aus dem ganzen Land. Denn hier gibt es Arbeit in den Montagebetrieben an der Grenze zu den USA. Doch diese wird mit Hungerlöhnen bezahlt. Für die meisten Zugezogenen bleibt der Traum von einem besseren Leben unerfüllt. Sie führen trotz harter Schichtarbeit ein Leben in Armut.  

"Die Armen sind unsichtbar" 

In der Stadt der Maquilas gibt es nur eine Anwältin für Arbeitsrecht. Susana Prieto vertritt die Arbeiterinnen und Arbeiter der Weltmarktfabriken von Ciudad Juárez vor Gericht. Als Jugendliche arbeitete sie einst selbst in einem Montagebetrieb. Ihre Anwaltskanzlei gleicht einer Festung, doch Mord­drohungen, Attacken und Kriminali­sie­rungs­versuchen zum Trotz setzt sich die Powerfrau für das ein, woran sie glaubt: Recht und Gerechtigkeit.


Die Missionarinnen der María Dolorosa


In den Häusermeeren im Süden von Ciudad Juárez sind die Missionarinnen der María Dolorosa tätig. Hier leben Migrantenfamilien aus dem ganzen Land. Ihr Alltag ist bestimmt von der Schichtarbeit in den Weltmarktfabriken – und bitterer Armut.


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Arbeitsrechte erstreiten


Ciudad Juárez steht für Qualitätsarbeit. In der mexikanischen Wirtschaftsmetropole sind Montagebetriebe von über 300 Unternehmen aus aller Welt angesiedelt. Doch die hier Arbeitenden verdienen kaum das Nötigste zum Leben. Und wer entlassen wird oder Folgeschäden von der Arbeit davon trägt, steht alleine Multinationalen Unternehmen gegenüber. Trotzdem fassen Arbeiterinnen den Mut sich zu organisieren und ihre Rechte einzufordern.

Wann bezahlen Sie dich denn, Mama?


Maribel Alemán arbeitet von früh bis spät. Doch das Geld reicht hinten und vorne nicht zum Leben. Wie ihr, so geht es Abertausenden alleinerziehenden Frauen in Ciudad Juárez. Die Montagebetriebe in der mexikanischen Grenzstadt zu den USA bieten Migranten aus dem ganzen Land Jobs, aber keinen würdigen Lohn. Menschen bleiben arm trotz Arbeit.

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Mexiko - Sexualisierte Folter in Atenco

Grafitti in Ciudad Juárez

Sexualisierte Folter ist eine geplante Gewaltausübung


Italia Méndez und Norma Jiménez über ihre Klage gegen Mexiko vor dem Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof

Im mexikanischen San Salvador Atenco wurde im Jahr 2006 ein brutaler Polizeieinsatz durchgeführt. Gegen Demonstrantinnen wurde systematisch sexuelle Folter angewandt. Italia Méndez (l.) und Norma Jiménez haben den Fall gemeinsam mit neun weiteren Frauen nun bis vor den Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof gebracht. Mit ihnen sprach für »nd« Kathrin Zeiske. 

In San Salvador Atenco hatte sich die Bevölkerung erfolgreich gegen den Bau eines Großflughafens organisiert. Als Anfang Mai 2006 Straßenhändler vertrieben wurden, ging die Bundespolizei gegen Protestierende vor. Wer war dafür verantwortlich, Frau Méndez?

Italia Méndez: Niemand Geringeres als der heutige Präsident Enrique Peña Nieto. Als Gouverneur des Bundesstaates México ordnete er die Zerschlagung der Proteste an. Er statuierte ein Exempel gegen die Zivilgesellschaft, denn 2006 brodelte es im ganzen Land. Die Andere Kampagne der Zapatisten zog durch Mexiko, und in Oaxaca und anderswo protestierten die Menschen gegen Armut, Ausschluss und Ungerechtigkeit. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was passieren würde, als ich gemeinsam mit 207 anderen Demonstrierenden festgenommen wurde. In den Bussen, die uns ins Gefängnis brachten, wurde sexualisierte Folter gegen mich und andere Frauen angewandt. Es waren keine spontanen Akte, sondern ein geplantes und angeordnetes Vorgehen.


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martes, 5 de diciembre de 2017

Mexiko - Verschleppungen durch das Militär


Die drei Schwestern Citlali, Deisy und Paola Alvarado sitzen lächelnd  nebeneinander an einem Tisch, zwei von ihnen sind eineiige Zwillinge

Mama und das Militär

In Mexiko haben Drogenkartelle, Polizei und Armee Zehntausende Menschen verschleppt – auch die Mutter der drei Schwestern Alvarado. Vom Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof in Costa Rica erhoffen sie sich nun Gerechtigkeit. 

Von Kathrin Zeiske (Text) und Carolina Rosas Heimpel (Fotos)

Es war zwischen Weihnachten und Silvester, als die Soldaten Nitza Alvarado mitnahmen. Acht Jahre ist das her. Damals waren ihre Töchter Citlali, Paola und Deisy fast noch Kinder. Heute sind sie junge Frauen auf der Suche nach der Wahrheit. Die Alvarado-Schwestern beten dafür, dass ihre Mutter am Leben sein möge – auch wenn die Situation in Mexiko ihnen keine große Hoffnung erlaubt.
Drei akkurat geschminkte junge Frauen mit diskreten Zahnspangen und hüftlangen braunen Haaren sitzen auf dem Sofa. Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich, Citlali und Paola sind sogar Zwillinge. "Nicht einmal unsere Mutter konnte uns auseinanderhalten", sagen sie. Und lächeln stolz – wie immer, wenn sie ihre Mutter erwähnen. Die drei sind selbstbewusst, aufgeweckt und politisch engagiert. Jetzt fiebern sie dem Jahres­ende entgegen, denn dann soll der Interamerikanische Menschenrechtsgerichtshof über ihren Fall urteilen. Nach all den Jahren des Stillstands erwarten die Alvarados von diesem Gericht endlich Gerechtigkeit.

Bei der Klage geht es nicht nur um das gewaltsame Verschwinden ihrer Mutter Nitza, ihrer Cousine Rocío und ihres ­Patenonkels José Ángel durch das Militär, sondern auch um die erzwungene Flucht eines Großteils der Familie. "Weil wir die Verschleppung unserer Angehörigen öffentlich gemacht haben und nicht müde geworden sind, vom Staat eine Aufklärung zu verlangen, mussten wir fliehen", sagt Citlali. Nach Ansicht von Prozessbeobachtern spricht die Beweislage eindeutig gegen den mexikanischen Staat. Dieser kann nur noch technische Einwände anführen, um einen Schuldspruch hinauszuzögern. Es wäre das erste Urteil gegen Mexiko wegen gewaltsamer Verschleppung durch die Armee.

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