martes, 10 de abril de 2018

Guatemala - Kollektiv unterstützt die Mütter nach Hinrichtungen im Heim

 
Gemälde der verbrannten Mädchen stehen am Jahrestag des Brandes vor dem Kinderheim "Sicheres Zuhause"

 

Sprachrohr der verzweifelten Mütter

Stef Arreaga über den Beistand für die Angehörigen und Überlebenden des abgebrannten Kinderheims in Guatemala 

 

Der 8. März 2017 ist in Guatemala unvergessen. Damals fanden 41 Mädchen bei einem Brand in einem staatlichen Kinderheim den Tod. Das Frauenkollektiv Ocho Tijax steht ihren Müttern bei. Mit der Aktivistin Stef Arreaga sprach Kathrin Zeiske für »nd«.

 

Was ist vor einem Jahr im Kinderheim »Hogar Seguro« passiert?

Das Kinderheim stand schon lange im Fokus der Ermittlungen, es soll dort Überbelegung, Misshandlungen, Vergewaltigungen und Kinderverkäufe in die Prostitution gegeben haben. Doch die Behörden reagierten nicht. Als sich die Jugendlichen auflehnten und flohen, wurden sie von einer Aufstandsbekämpfungseinheit der Polizei gejagt, niedergeschlagen und eingekesselt. Zurück im Heim wurden 56 Mädchen über Nacht in einem kleinen Raum eingepfercht - ohne die Möglichkeit, zum Klo zu gehen. Sie legten Feuer, doch niemand öffnete ihnen. Neun Minuten lang schrien sie um Hilfe. Die Polizistin, die den Schlüssel hatte, sagte Zeugen zufolge »Lasst sie brennen, diese Hurentöchter.« Es waren Mädchen, die sich wegen Gewalt- und Missbrauchserfahrungen in staatlicher Obhut befanden. 41 Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren verbrannten.

 

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viernes, 23 de marzo de 2018

Guatemala - Massaker im Kinderheim


 
Angehörige bei einer Gedenkveranstaltung vor dem Hogar Seguro

Tod im Sicheren Zuhause


In Guatemala fanden vor einem Jahr 41 Mädchen bei einem Brand in einem staatlichen Kinderheim den Tod, 15 weitere überlebten schwerverletzt. Sie hatten versucht, sexuellem Missbrauch und Gewalt zu entfliehen. 

 


Von Kathrin Zeiske

Rosa María Tobar steht die Armut ins Gesicht geschrieben. Ihre Zähne sind verfault, ihre Kleidung ist abgenutzt. Das wenige Geld, das sie bei sich trägt, hat sie in ihrem BH versteckt. Sie ist in einem von Nonnen geleiteten Waisenhaus groß geworden. Als sie nach einem schweren Unfall vor eineinhalb Jahren ihre jüngste Tochter Rosa Espino nicht mehr versorgen konnte, glaubte sie diese in einem staatlichen Kinderheim geschützt vor Hunger und Gewalt. Denn die Jugendbanden sind in ihrem Viertel allgegenwärtig. Ihre Tochter nahm immer wieder mit einer Freundin Reißaus. »Es war der größte Fehler, den ich als Mutter begangen habe. Tot haben sie sie mir zurückgegeben«, sagt Tobar.


An den Besuchstagen, so erzählt ­Tobar, habe ihr ihre Tochter hinter vorgehaltener Hand berichtet, was im Hogar Seguro (Sicheren Zuhause) geschehe: dass die Mädchen vom Wachpersonal im Heim vergewaltigt würden; dass man sie nachts abhole und mit Kapuze über dem Kopf wegführe, sie bei ihrer Rückkehr verprügele und einschüchtere. Rosa Espino flehte ihre Mutter an, sie dort herauszuholen. Doch der Termin vor der Jugendrichterin verzögerte sich, während sich die Ereignisse im Heim überschlugen.

 

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jueves, 15 de marzo de 2018

Mexiko - Femizide in Ciudad Juarez



Stencil auf dem Universitätscampus von Ciudad Juarez

Alltag in der Stadt der Frauenmorde

Von Sucheinsätzen, Sicherheitszonen und Selbstschutz von Frauen in der mexikanischen Grenzmetropole Ciudad Juárez

Ciudad Juárez erlangte einst traurige Berühmtheit durch Frauenmorde. Als der„Krieg gegen die Drogen“ die Grenzstadt überzog, geriet der Femizid in Vergessenheit. Doch tatsächlich hat er nie aufgehört. Angehörige suchen in der Wüste nach den Überresten ihrer Töchter; in der Stadt kleben stets neue Suchplakaten nach verschwundenen Mädchen und Frauen. Machismus und Straflosigkeit bleiben bestehen, auch wenn Initiativen Erfolge verzeichnen. 

 

Von Kathrin Zeiske

 

Den größten Teil des Jahres existiert der Navajobach gar nicht. Nur im September, wenn es selbst in der Wüste regnet, füllt sich sein Flussbett mit Wasser. Dann bahnt er sich seinen Weg von der Sierra de San Isidrio bis hinunter ins Juáreztal. Manchmal schwemmt der Fluss dann Knochen mit. Denn der Navajobach ist ein offenes Grab. Vor fünf Jahren scheute dort ein Pferd vor einem ausgeblichenen Schädel. Und was Angehörige von in Ciudad Juárez verschwundenen Mädchen lange vermuteten, wurde zur düsteren Wahrheit. Die Fälle hingen zusammen, die Toten, die sich in den letzten Monaten ihres Lebens manchmal von Weitem sahen, hatten hier, rund 40 Kilometer von der Stadt entfernt, ein gemeinsames Grab gefunden. Idalí, Perla, Lizbeth, Beatriz, Deysi, Andrea, Mónica, Jessica, Yazmín, Leticia und Guadalupe konnten anhand von DNA-Proben zweifelsfrei identifiziert werden.

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miércoles, 7 de marzo de 2018

Honduras - Kindheit auf der Strasse

Blick über Tegucigalpa. Rund 10.000 Kinder leben in der Hauptstadt von Honduras und seiner Wirtschaftsmetropole San Pedro Sula auf der Strasse.

 

Das schwere Los der Straßenkinder


Casa Alianza unterstützt seit 28 Jahren obdachlose Kinder und Jugendliche in Honduras

Von Kathrin Zeiske

Ein Leben auf der Straße ist gekennzeichnet vom täglichen Überleben ohne die Sicherheit der »eigenen vier Wände«. Gerade für Kinder und Jugendliche birgt die Straße zahlreiche Gefahren, Risiken und Entbehrungen. Gleichzeitig kann sie aber auch ein Zufluchtsort vor Gewalt und Hunger sein.

»Straßenkinder werden durch die Diffamierung der Gesellschaft einmal mehr zu Opfern«, so José Guadalupe Ruelas, Direktor der Nichtregierungsorganisation Casa Alianza. Sie seien als »Vagabunden« und »Diebe« verschrien. »Dabei arbeiten die Kinder hart, um durchzukommen.« Manche Straßenkinder verdienten durch Betteln umgerechnet sieben Euro am Tag, also rund 140 Euro im Monat; immerhin die Hälfte des Mindestlohns in Honduras. »Aber von ihrem Tagesverdienst gehen sechs Euro an die Person, die ihnen den Platz «vermietet». Diese zahlt vier Euro an die Bande, die das Viertel beherrscht und diese wiederum gibt zwei Euro an die Polizei ab: ein krimineller und korrupter Kreislauf«, urteilt Ruelas.


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miércoles, 28 de febrero de 2018

El Salvador - Asyl in den USA

Grafitti zu Migration und Straflosigkeit in einem Viertel San Salvadors

 

Viele werden abtauchen

Laura Aguirre über Donald Trumps Beendigung des temporären Schutzstatus für Geflüchtete aus El Salvador

Von Kathrin Zeiske

 

Frau Dr. Aguirre, wer sind die Menschen, die durch das Ende des temporären Schutzstatus (TPS) gezwungen sind, nach El Salvador zurückzukehren?
Es sind Menschen, die nach dem Hurrikan Mitch 1998 und dem schweren Erdbeben 2001 in den USA eine neue Heimat gefunden haben. Wie eine Freundin von mir, deren Mann jahrelang den Schutzstatus des TPS genoss. Damit konnte er legale Arbeitsverhältnisse eingehen, ein Auto und schließlich ein Haus kaufen. Sie zahlen dort Steuern und haben ihre drei Kinder zur Universität geschickt. Mittlerweile haben sie glücklicherweise einen langfristigen Aufenthaltsstatus. Sonst müssten sie auch 2019 das Land verlassen, obwohl ihre beiden jüngeren Kinder die US-Staatsbürgerschaft haben und El Salvador gar nicht kennen. Ihre Familiengeschichte gleicht der von Tausenden anderen, die jetzt händeringend nach Lösungen suchen, weil sie keinen langfristigen Aufenthaltstitel haben.

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viernes, 9 de febrero de 2018

El Salvador - Ende des Schutzstatus in den USA


 
Strassenszene in einem Viertel in San Salvador. 25 Prozent der Bevölkerung des mittelamerikanischen Landes leben in den US-amerikanischen Ballungszentren.

Überleben ohne Schutz


US-Präsident Donald Trump hat den Temporären Schutzstatus für Geflüchtete aus verschiedenen Ländern aufgehoben. Die größte Gruppe der nun von Abschiebung Bedrohten bilden die rund 262 000 Geflüchteten aus El Salvador. 

 

Von Kathrin Zeiske

 

Ein junger Mann aus El Salvador verteilt gegen Spende aus Sisal geflochtene ­Rosen vor einem Supermarkt in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad ­Juárez. In der kommenden Nacht will er den Grenzübertritt in die USA nahe des Hügels Cristo Rey im Westen der Stadt wagen. »In meinem Land herrscht ein unsichtbarer Krieg. Die Jugend­banden beherrschen die Viertel und erpressen die Bevölkerung«, sagt er. Dass er für einen irregulären Grenzübertritt in den USA Strafen riskiert, ist ihm ­relativ egal – und ebenso, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump Anfang Januar den Temporären Schutzstatus (TPS) für vor Katastrophen und Kriegen flüchtenden Menschen aus El Salvador, Haiti, Nicaragua und dem ­Sudan aufgehoben hat.

Die Aufhebung des TPS ist für Tausende Geflüchtete und ihre Familien besorgniserregend. Seit der US-Kongress den TPS im Rahmen der Einwanderungsreform 1990 einführte, wurde dieser Status fast 437 000 Menschen aus zehn Ländern gewährt. Viele konnten über die Jahre in den USA einen ge­sicherten Aufenthaltstitel erlangen, so dass derzeit noch 320 000 Menschen dem TPS unterliegen. Sie können damit legal in den USA leben und arbeiten, allerdings wird ihr Status alle 18 Monate je nach der Situation in ihrem Herkunftsland neu bewertet.
 

 

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lunes, 1 de enero de 2018

Mexiko - Bauernbewegung gegen Fracking



Joaquín Solorio (El Barzón Chihuahua) spricht zu einer Politischen Reisegruppe aus Deutschland vor dem Mahnmal seines ermordeten Bruders und seiner Schwägerin

Fracking entlang der Drogenroute

Mexikos Kleinbauern wehren sich gegen Landvertreibung im Zuge von Megaprojekten zur Energiegewinnung

Von Kathrin Zeiske

Die unendliche Weite der Wüste wird von einer schnurgeraden Landstraße unterbrochen. Vor den Bergen am Horizont flimmert die Luft, so dass sie über der Ebene zu schweben scheinen. Über die Sandverwerfungen und niedrigen Dornenbüsche vor ihnen ziehen vereinzelte Windhosen. Eine surreale Szenerie. Auch die Karawane der Reiter hoch zu Pferd, die eine hohe Staubwolke aufwirbeln, erscheint einer anderen Zeit entsprungen. Erst beim Näherkommen werden die Traktoren erkennbar, die die zweite Staffel des Demonstrationszuges bilden. Kein Wildwestfilm und kein Science-Fiction-Movie wird hier gedreht. Es ist die größte Bauernbewegung Chihuahuas, die ausgezogen ist, um für ihre Rechte zu kämpfen.

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