viernes, 23 de marzo de 2018

Guatemala - Massaker im Kinderheim


 
Angehörige bei einer Gedenkveranstaltung vor dem Hogar Seguro

Tod im Sicheren Zuhause


In Guatemala fanden vor einem Jahr 41 Mädchen bei einem Brand in einem staatlichen Kinderheim den Tod, 15 weitere überlebten schwerverletzt. Sie hatten versucht, sexuellem Missbrauch und Gewalt zu entfliehen. 

 


Von Kathrin Zeiske

Rosa María Tobar steht die Armut ins Gesicht geschrieben. Ihre Zähne sind verfault, ihre Kleidung ist abgenutzt. Das wenige Geld, das sie bei sich trägt, hat sie in ihrem BH versteckt. Sie ist in einem von Nonnen geleiteten Waisenhaus groß geworden. Als sie nach einem schweren Unfall vor eineinhalb Jahren ihre jüngste Tochter Rosa Espino nicht mehr versorgen konnte, glaubte sie diese in einem staatlichen Kinderheim geschützt vor Hunger und Gewalt. Denn die Jugendbanden sind in ihrem Viertel allgegenwärtig. Ihre Tochter nahm immer wieder mit einer Freundin Reißaus. »Es war der größte Fehler, den ich als Mutter begangen habe. Tot haben sie sie mir zurückgegeben«, sagt Tobar.


An den Besuchstagen, so erzählt ­Tobar, habe ihr ihre Tochter hinter vorgehaltener Hand berichtet, was im Hogar Seguro (Sicheren Zuhause) geschehe: dass die Mädchen vom Wachpersonal im Heim vergewaltigt würden; dass man sie nachts abhole und mit Kapuze über dem Kopf wegführe, sie bei ihrer Rückkehr verprügele und einschüchtere. Rosa Espino flehte ihre Mutter an, sie dort herauszuholen. Doch der Termin vor der Jugendrichterin verzögerte sich, während sich die Ereignisse im Heim überschlugen.

 

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jueves, 15 de marzo de 2018

Mexiko - Femizide in Ciudad Juarez



Stencil auf dem Universitätscampus von Ciudad Juarez

Alltag in der Stadt der Frauenmorde

Von Sucheinsätzen, Sicherheitszonen und Selbstschutz von Frauen in der mexikanischen Grenzmetropole Ciudad Juárez

Ciudad Juárez erlangte einst traurige Berühmtheit durch Frauenmorde. Als der„Krieg gegen die Drogen“ die Grenzstadt überzog, geriet der Femizid in Vergessenheit. Doch tatsächlich hat er nie aufgehört. Angehörige suchen in der Wüste nach den Überresten ihrer Töchter; in der Stadt kleben stets neue Suchplakaten nach verschwundenen Mädchen und Frauen. Machismus und Straflosigkeit bleiben bestehen, auch wenn Initiativen Erfolge verzeichnen. 

 

Von Kathrin Zeiske

 

Den größten Teil des Jahres existiert der Navajobach gar nicht. Nur im September, wenn es selbst in der Wüste regnet, füllt sich sein Flussbett mit Wasser. Dann bahnt er sich seinen Weg von der Sierra de San Isidrio bis hinunter ins Juáreztal. Manchmal schwemmt der Fluss dann Knochen mit. Denn der Navajobach ist ein offenes Grab. Vor fünf Jahren scheute dort ein Pferd vor einem ausgeblichenen Schädel. Und was Angehörige von in Ciudad Juárez verschwundenen Mädchen lange vermuteten, wurde zur düsteren Wahrheit. Die Fälle hingen zusammen, die Toten, die sich in den letzten Monaten ihres Lebens manchmal von Weitem sahen, hatten hier, rund 40 Kilometer von der Stadt entfernt, ein gemeinsames Grab gefunden. Idalí, Perla, Lizbeth, Beatriz, Deysi, Andrea, Mónica, Jessica, Yazmín, Leticia und Guadalupe konnten anhand von DNA-Proben zweifelsfrei identifiziert werden.

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miércoles, 7 de marzo de 2018

Honduras - Kindheit auf der Strasse

Blick über Tegucigalpa. Rund 10.000 Kinder leben in der Hauptstadt von Honduras und seiner Wirtschaftsmetropole San Pedro Sula auf der Strasse.

 

Das schwere Los der Straßenkinder


Casa Alianza unterstützt seit 28 Jahren obdachlose Kinder und Jugendliche in Honduras

Von Kathrin Zeiske

Ein Leben auf der Straße ist gekennzeichnet vom täglichen Überleben ohne die Sicherheit der »eigenen vier Wände«. Gerade für Kinder und Jugendliche birgt die Straße zahlreiche Gefahren, Risiken und Entbehrungen. Gleichzeitig kann sie aber auch ein Zufluchtsort vor Gewalt und Hunger sein.

»Straßenkinder werden durch die Diffamierung der Gesellschaft einmal mehr zu Opfern«, so José Guadalupe Ruelas, Direktor der Nichtregierungsorganisation Casa Alianza. Sie seien als »Vagabunden« und »Diebe« verschrien. »Dabei arbeiten die Kinder hart, um durchzukommen.« Manche Straßenkinder verdienten durch Betteln umgerechnet sieben Euro am Tag, also rund 140 Euro im Monat; immerhin die Hälfte des Mindestlohns in Honduras. »Aber von ihrem Tagesverdienst gehen sechs Euro an die Person, die ihnen den Platz «vermietet». Diese zahlt vier Euro an die Bande, die das Viertel beherrscht und diese wiederum gibt zwei Euro an die Polizei ab: ein krimineller und korrupter Kreislauf«, urteilt Ruelas.


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