sábado, 1 de septiembre de 2018

MEXIKO Schlägertrupps gegen Studierende

 

Knüppeln auf dem Campus

An der Nationalen Autonomen Universität Mexikos (UNAM) sind Schlägertrupps auf protestierende Schülerinnen und Schüler los­gegangen. In der Geschichte der international renommierten Hochschule ist dies kein Einzelfall. 

 

Von Kathrin Zeiske

 Auf mexikanischen Nachrichtenkanälen waren am 5. September Bilder von vermummten Studierenden zu sehen, die die Insurgentes Sur blockierten, eine der wichtigsten Verkehrsadern in Mexiko-Stadt. Rund 30 000 Menschen waren unter dem Motto »UNAM sin miedo« (UNAM ohne Angst) auf die Straße gegangen. Zwei Tage zuvor hatten bewaffnete Schlägertrupps protestierende Schülerinnen und Schüler einer der Nationalen Autonomen Universität Mexikos (UNAM) angegliederten Oberschule direkt vor dem Rektorat mit Steinen, Stangen und Molotowcocktails angegriffen; mehrere Angegriffene wurden dabei verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich. Der Protest hatte sich unter anderem gegen den Lehrkräftemangel gerichtet.

Über die sozialen Medien konnten die einzelnen Angreifer schnell als Angehörige von gemeinhin als porros bekannten Gruppierungen identifiziert werden. Diese geben sich gemäß ihrer Entstehung als Fußballfanclubs aus. Tatsächlich stehen handfeste politische Interessen hinter den porros. Die ersten dieser Schlägergruppen entstanden in den dreißiger Jahren, sie sollten dazu beitragen, die UNAM unter Kontrolle zu halten, nachdem die Univer­sität 1929 Autonomie von der Regierung erlangt hatte. Nach den studentischen Protesten 1968 wurden solche Schlägertrupps in allen Hochschulen Mexikos gebildet und von akademischen und politischen Autoritäten geduldet. Auch im kommunalen Wahlkampf werden sie gegen soziale Proteste eingesetzt.

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